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lichkeit und verliert sich nie in symbolisirende Allgemein-heiten; es ist Geschichte dargestellt, aber freilich aus einersehr subjectiven Anschauung.
In dieser Weise zeigt sich eine Zeichnung, welche dieBestattung der Leiche des Königs Manfred, jenes schönenStaufenhelden, durch die feindlichen Krieger darstellt, eineBegebenheit, welche schon Dante besungen hat. Trauerndlegten Ritter und Söldner im Vorbeiziehen Steine um undauf den Leichnam des bewunderten Feindes, und so entstandan der Brücke von Benevent ein Steinhügel zum Andenkendes Gefallenen. Rethel hat nun diese Scene ganz eigenund seltsam dargestellt; wirkliche natürliche Menschen han-deln wohl nicht so, wie diese Figuren; alle Bewegungensind gemessen, gross, bedeutungsvoll, die Stellungen sindeigen, feierlich, der Ausdruck düster; das Ganze macht denEindruck einer gespenstigen Erscheinung.
Und dieses Gespenstische, welches bereits im Hannibalanklingt, beherrscht nachher des Künstlers Kunst überall.Im Todtentanz und in den zwei Zeichnungen „Der Tod alsFreund" und „Der Tod als Feind" herrscht es durchaus,aber den Gegenständen entsprechend. Besonders in letzteremBlatte tritt das phantastisch grauenvolle Wesen in gross-artiger Weise vor Augen. Die wunderbar energische undvirtuose Zeichnung dieser Blätter hat ihnen einen grossenRuf gemacht und fast mehr zu des Künstlers wohlver-dientem Ruhm beigetragen, als seine grösseren Werke;indessen kann man nicht verkennen, dass diese Blätter,abgesehen von der Zeichnung, die nicht genug zu lobenist, sehr bizarre Ausgeburten einer bewegten, wirren Zeitund eines überspannten Gemüthes sind.
Wenn man zurückblickt auf die Zeit, in welcher derRethel'sche Todtentanz entstanden ist und aus welcher ei-ern Stück Tagesgeschichte und Tagesmeinung in phan-tastischer Form giebt, so erscheinen diese Compositionen wiepolitische Parteischriften, wie fliegende Blätter, die späteroft gar seltsame Monumente werden.