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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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oft zu weit geht und alsdann seine Zeichnung einen wunder-lichen Charakter annimmt.

Der eigenthümliche Styl des Künstlers erinnert häufig-an. die Holzschnittzeichner der Dürer'schen Schule undEpoche; die charakeristische Bestimmtheit und Festigkeitdes Contours, welche das Wesen dieser Zeichnung bildet,die grosse Einfachheit der Formen-Angabe innerhalb diesesContour's und deren Schärfe und Härte, alles dieses giebtden Rethel'schen Zeichnungen einen alterthümlichen Cha-rakter; ja, es scheint, der Künstler sei im Suchen nacheinem möglichst bestimmten, charakteristischen Styl derZeichnung ganz auf denselben Weg gerathen, den jenealten Künstler in ihrer Naivetät gegangen sind. Freilichist dieser Styl bei dem Künstler unserer Tage nicht naiv,er ist im Gegentheil ein sehr bewusster und studirter.

Die früheren Werke des Künstlers zeigen weniger Ab-sichtlichkeit, als die späteren; die Bilder aus der GeschichteKarl's des Grossen sind naiver gedacht und gemacht, alsdie Bilder zum Hannibalszug, und diese, als der Todtentanzund die anderen Todesbilder.

In seinen letzten Werken sehen wir ihn aller Wirk-lichkeit und Wahrscheinlichkeit entsagen und eine Traum-welt darstellen, in welcher gespenstisches Wesen, ein phan-tastisch Grauenhaftes, den hervorragendsten Zug bildet.

Auf der Grenze zwischen jener einfach charakteristischenDarstellungsweise, welche des Meisters frühere Werke aus-zeichnet, und der phantastischen seiner späteren halte ichsein BildDie Auffindung der Leiche Karl's des Grossendurch Otto den Dritten" für eine seiner bedeutendstenSchöpfungen.

Der grosse Kaiser war bekanntlich sitzend auf einemThronstuhl im Kaiserornat, auf den Knieen das Evangelien-buch und das Schwert, im Münster von Aachen beerdigtworden. Sei es aus Neugier oder aus sonstigen Gründen,liess sein späterer kaiserlicher Nachfolger das Grab öffnenund die Bestattung in anderer Weise vornehmen; diese