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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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maierei und Bildnerei, welche nach Anschauung und Dar-stellungsweise sich, besonders in den fünfziger Jahren, sehrentschieden von einander trennen.

In der früheren Zeit unserer neueren Kunstentwicklungherrschte in allen Schulen die ideale Richtung auch inBezug auf die Geschichtsmalerei vor, man fasste die Be-gebenheiten mehr vom poetischen, als vom wissenschaft-lichen Standpunkte auf und bekümmerte sich wenig umdas Concrete; man beschäftigte sich am liebsten mit denThaten und Begebenheiten ferner, dunkler Zeiten, inwelchen die Phantasie freien Spielraum findet, man be-mühte sich nicht allzuviel um äussere Wahrheit und Wahr-scheinlichkeit, um Specialitäten des Portraits und Costumes ;zufrieden, wenn in dieser Beziehung nur eine annäherndeCharakteristik der Zeit, des Ortes und der Personen er-reicht war. Es ist in dieser Weise sehr viel Schönes undGrosses erreicht worden, besonders hat die MünchenerSchule auf diesem Wege Vortreffliches hervorgebracht, ichbrauche nur an die Wandgemälde im königlichen Schlossezu München zu erinnern.

Die Fortschritte der historischen Wissenschaft, dieForschungen in's Einzelne, die bessere Kenntniss derCultur- und Sittengeschichte, vor Allem aber die immerallgemeiner werdende Wendung von der idealistischen zurrealistischen Anschauungsweise haben allmählich in derKunst eine andere Weise eingeführt, die Geschichte zubehandeln; man will die eigentliche Begebenheit, wie siewirklich war, darstellen, man wünscht historisch treu zusein und den Geschichtsschreiber noch zu übertreffen, in-dem man das, was jener nur durch die Phantasie zur An-schauung bringen kann, sichtbar, ich möchte sagen: hand-greiflich, vor Augen stellt, womöglich mit sinnetäuschenderNaturwahrheit. In dieser Richtung streift die Historien-malerei in's Gebiet des Genre hinüber, ja über dasselbehinaus, begiebt sich ihrer altherkömmlichen Vornehmigkeit,steigt vom Kothurn und legt den Heldenmantel ab, um in

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