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Gebiet mit sich selbst uneinig waren, und nach verschiedenenSeiten zugleich hinstrebten, welche sich diametral entgegenstehen.
Man verlangte von der Geschichtsmalerei eine idealeAuffassung des historischen Gegenstandes, ein poetisch-philosophisches Zusammenfassen der Ereignisse zu einergrossartigen Gesammt-Anschauung, und zugleich ein ge-naues Eingehen auf alle Details der einzelnen Erscheinung,eine naturalistische und chronistische Richtigkeit.
Der Künstler sollte die ideale Bedeutung des ge-schichtlichen Moments vor Augen stellen und auch dieindividuelle wirkliche Erscheinung desselben; das geht aberwohl selten zusammen.
Man ist des tragischen Pathos müde und der idealenHelden, man will natürliche Menschen und natürliche Be-gebenheiten sehen und wundert sich doch, wenn die natür-lichen Begebenheiten alltäglich aussehen und die natür-lichen Menschen eben nichts Andereres sind, als natürlicheMenschen.
Unsere Geschichtsmaler dieser Periode, welche gernbeiden Ansprüchen genügen, welche ideale Auffassung undreale Darstellung verbinden möchten, fehlen deshalb ge-wöhnlich nach beiden Seiten; am besten sind immer diebestellt, welche entweder die eine oder die andere Seiteihrer Aufgabe erfassen und die gegenseitige aufgeben.
Denn wie es in der erzählenden Darstellung der Ge-schichte zweierlei Richtungen giebt, eine, welche von einemphilosophischen Standpunkte aus die Weltbegebenheiten nachder ihnen zu Grunde liegenden leitenden und treibendenIdee erfasst, wobei die einzelnen Thatsachen nur in Bezugauf diese und als Aeusserungen derselben erscheinen, eineandere, welche die Thatsachen und Begebenheiten als solcheerfasst und einfach das Geschehene erzählt, jene von idealerAnschauung ausgehend, diese von realer, so ist es auch inder Geschichtsdarstellung durch die bildende Kunst; esgiebt eine idealistische und eine realistische Geschichts-