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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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schaffen, muss der Künstler seinen Gegenstand mit warmemHerzen erfassen.

Die besten geschichtlichen Kunstwerke sind zu allenZeiten in patriotischer Begeisterung geschaffen worden;indem der Künstler den Ruhm seines Volkes verherrlicht,macht er sich selbst an diesem Ruhme betheiligt, und wasden Helden Muth verlieh, verleiht dem Künstler Kraft.Zu einem lebendigen Vaterlandsgefühl, zu patriotischer Be-geisterung fehlte uns aber damals noch sehr viel; unserekosmopolitischen Erzieher waren zu bedeutende Leute, alsdass wir den Eindruck ihrer Lehre so bald hätten über-winden können.

Auch die geschichtlichen Kenntnisse unserer Künstlerwaren manchmal mangelhaft; denn es wurde ihnen damalsdiesem Gebiete nicht vorgearbeitet, wie in Frankreich undEngland, wo zwar die Künstler durchaus nicht gelehrterund gebildeter waren, als die unseren, wo ihnen aberdas, was sie von der Wissenschaft brauchten, mehr zurHand lag.

Die Protection, welche die geschichtliche Kunst bis zudieser Zeit genoss, war auch nicht sehr ergiebig. Privat-mittel können wohl kaum mehr als Privatzwecke fördern,der Staat bekümmerte sich, wenigstens in Preussen, garwenig um die Kunst, und die Förderung, welche sie fürst-lichen Mäcenen verdankte, machte sie von persönlichenAnsichten und Interessen abhängig.

Dass in einem Lande, wo ein Versailler Museum ge-schaffen wurde, eine Geschichtsmalerei erblühte, ist nichtzu verwundern; hätten unsere Künstler die Aufgabe ge-habt, den Ruhm des Vaterlandes zu verherrlichen, es würdeihnen nicht an Talent gefehlt haben und fehlen, diese Auf-gabe zu lösen.

Das grösste Hinderniss aber zu einer vollkommenenEntwicklung der geschichtlichen "Kunst in Deutschland lagbisher wohl daran, dass sowohl Künstler, wie Kritiker undPublicum in ihren Bestrebungen und Ansprüchen auf diesem