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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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jedoch mehr zu ahnen, als wirklich herauszulesen. Ich ge-traue mir nicht, es dem Künstler nachzuerzählen; die Zeich-nung ist höchst energisch, in einzelnen Blättern wirklichvirtuos, sowohl das Landschaftliche wie die Figuren vollLeben und Ausdruck, und mit den wenigsten Mitteln dar-gestellt; man spürt ein wenig des Künstlers Absicht: durchden Vortrag zu glänzen und des Kenners Erstaunen zuerregen. Vortreffliche Zeichnungen als solche sind auchO; Knille'sFestzug Düsseldorfer Künstler zum Frühlings-feste 1850", nicht eine Darstellung der Wirklichkeit, sonderneine Phantasie darüber und O. Schwerdtgeburth's Sceneaus FaustDer Spaziergang vor's Thor", welche Scenejedoch mit einer gewissen Affection und ziemlich nüchternaufgefasst ist.

Es sind hier noch mehrere Werke von Romantikernder Düsseldorfer und Dresdener Schule zu nennen. Ob-gleich einige dieser Bilder Anspruch machen auf eine höhereBedeutung ausser und über der blossen Schilderung indi-vidueller Natur und individuellen Lebens, so dürften sieihren eigentlichen Werth doch hauptsächlich in letztererbesitzen; ich unterschätze darin eine gewisse lyrische Poesieund ein Streben nach idealer Schönheit nicht, wesshalb ichdieselben hier einreihe, denn einige dieser Bilder, selbstallegorische, müsste man, trotz des Gegenstandes zu denGenrebildern zählen, weil das Wesentliche derselben dochwohl nur die Darstellung, die Nachbildung einer schönenNatur ist, und der Gegenstand nur gewählt ist, um diesereine grössere Freiheit zu erlangen.

So Christian Köhler'sPoesie" das Bild eines schönenWeibes, bei dem Wolkensitz, Flügel, Leier, Buch undGriffel aber nur malerische Zugaben sind. Was diesesBild, wie noch viele aus der Düsseldorfer romantischenSchule, auszeichnet, ist das geschmackvolle Arrangementund die fleissige, gewissenhafte Durchbildung. SpätereMeister und Schulen malten freier, genialer, mit glänzen-derer Farbe und Wirkung; aber die naive Treue der Dar-