Druckschrift 
Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
Seite
168
Einzelbild herunterladen
 

- 168 -

pathetisch-tragischem, verzweifelndem, fäusteballendem Lieb-chen einiger Maassen gefürchtet haben, anstatt sich ver-trauensvoll gemüthlich bei ihr zu betrinken und schlafenzu legen.

Auch dass der Künstler seiner Heldin koscheres Mahlauf eine Serviette neben sie gelegt hat, macht, da sie sichgegen die Einladungen des Liebhabers, an seinem Mahle undseinem Becher Theil zu nehmen, sträubt, einen ziemlichkomischen Eindruck; man bezieht unwillkürlich die ver-zweifelte Haltung der schönen Frau darauf, dass sie ge-zwungen werden soll, unreine Speisen zu essen. Die Magdim Hintergrunde geberdet sich aber so verzweifelt, wie dieHerrin, und wirklich muss Holofernes besonders gut auf-gelegt sein, um bei zwei solchen Heroinen verliebteAbenteuer anzuknüpfen.

Dem sei nun, wie ihm wolle; das Bild ist schön ge-malt, viel lebensfrischer und wahrer, als frühere Werkeseines Autors, und wenn es im ganzen den Charakter derromantischen Düsseldorfer Schule zeigt, so hat es nichtderen Mängel.

Den Ton sagenhafter Geschichte hat L. Gey in Dresdenangeschlagen in einem grossen Carton:Edith Schwanen-hals findet auf dem Schlachtfelde von Hastings die Leichedes Königs Harald", und in einem zweiten:Macbeth unddie Hexen", beide nicht ohne Verdienst, aber mit deut-lichem Streben nach cornelianischem Style, und Leutenwie Cornelius ist es schwer nachzuthun; die CompositiondesMacbeth mit den Hexen" erinnert zugleich an dieselbeDarstellung von Kaulbach.

Verschiedene Zeichnungen aus älterer Zeit von einembereits verstorbenen Künstler des cornelianischen Kreises,D. Ferd. Fellner aus Frankfurt a. M., erinnern zum Theilim Styl an die früheren Werke des Altmeisters, andere anAltdeutsches; eine geschichtliche Darstellung darunter istwirklich grässlich und haarsträubend.

C. Lasch's (in Düsseldorf)Emma und Eginhard" ist