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geistigen Inhaltes: eine verzweifelnde Mutter, um die herihre blühenden Kinder vom Tode getroffen werden, eineüberstolze Königin, erliegend unter der trotzig heraus-geforderten Rache der Götter — und diese selbst, Todbringende Blitzgottheiten, denn so hat sie der Malererfasst.
Allen diesen gehäuften Schwierigkeiten konnte derKünstler mit den Mitteln seines Talents nicht genügen, undes scheint, als ob eine Forderung, welche er sich stellte,immer die andere unerfüllbar gemacht habe. Die Zeichnunghat unter dem Streben nach malerischer Wirkung gelitten,die Farbe unter der Haltung; das Streben nach Natur-wahrheit hat die freie Entfaltung des bei solchem Gegen-stand unerlässlichen höheren Styles gehemmt. Die con-sequente Durchführung von Licht und Schatten nachgegebener natürlicher Erscheinung, lässt die blitzartigeWirkung nicht zu; in allen Theilen hat der Künstler seinWollen über sein Können hinausgeführt; immer aber bleibtdie grossartige Intention zu ehren, um so mehr als bei sovielen modernen Künstlern bei aller Vortrefflichkeit desTechnischen gerade die höhere Intention mangelt.
Von Hermann Stilke sehen wir ein grösseres Bild,welches zwar eine biblische Begebenheit zum Gegenstandehat, indessen seinem Wesen nach zu den* romantischenDarstellungen gehört, wie sie der älteren Düsseldorfer Schuleeigen sind. Judith ist bei Holofernes im Zelt, und diesersucht die schöne Frau zu überreden, mit ihm zu trinken,fröhlich zu sein u. s. w., wie es das betreffende Capitel insehr deutlichen Worten ausdrückt. Warum der Künstler,welcher in dem Holofernes die lüsterne Regung so gutausgedrückt, der Judith diesen Ausdruck von Verzweiflunggegeben hat, verstehe ich nicht ganz; wenn das schöneWeib auch einen gewaltigen Seelenkampf durchfechtenmusste, ehe sie zur That schritt, so musste der sich dochin diesem Momente wenigstens äusserlich nicht so zeigen;der erregteste Liebhaber würde sich, scheint mir, vor solch