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unseren Künstlern das Auge für Menschenschönheit ab-handen gekommen?
Ich weiss es nicht, aber etwas von allem diesem musses wohl sein!
Ich habe gar nicht die Absicht, für die antike Götter-und Heldenwelt Lanzen zu brechen und sie den Künstlernals einzigen Urquell künstlerischer Poesie aufzudrängen;wenn Einer mir sagte, „was ist mir Hecuba?" Immerhin!Das nur ist sicher, dass diese poetische Welt uns fast dieeinzige Gelegenheit bietet, den Menschen in seiner ganzenSchönheit darzustellen, und Höheres kann die Kunst alssolche nicht leisten.
„Wisset für gewiss, dass das schönste Thier, welchesdie Natur hervorgebracht, der Mensch sei," sagt BenvenutoCellini in einer wunderlichen Abhandlung über die Art,wie man das Zeichnen erlernen soll, und der gute Mannhatte gar keine Ahnung, dass man seine Kunst an anderenGegenständen lernen und üben konnte.
Glaubten doch die grossen Künstler des 16. und 17.Jahrhunderts, dass sogar die Architektur-Formen sich nachden Verhältnissen der Menschengestalt zu richten hätten,und dass nur einer, welcher diese vollkommen studirthabe, ein Maler oder Bildhauer, auch gut bauen werde.
Was entzückt uns so sehr an den Meisterwerken derAlten? Schwerlich der geistige Inhalt: wissen wir dochmanchmal nicht genau, was denn eigentlich diese oderjene Figur bedeutet, wohl aber jene edelste Darstellung„des schönsten Thieres", und wer dafür keinen Sinn undkein Verständniss hat, mit dessen Kunstsinn ist es schlechtbestellt.
Und wenn die edelste Form, welche wir kennen, einschöner Menschenkörper zeigt, so bietet dieser auch immerdie höchste Aufgabe für die Kunst der Farbe. Die grossenColoristen sind es erst geworden durch das Studium derCarnation; aller Sammt und Seide und Goldbrocat Venedig's
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