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in der Farbe ergeht. Wird durch diese Richtung aufFarbe und Wirkung manche Scene des symbolisirendenDichters im Bilde zu naturalistisch, so erscheinen anderegerade durch diesen Zuwachs der Darstellungsmittel wiederum so schlagender.
In den höllischen Scenen, wo Feuer, Rauch und Dampfeine Hauptrolle spielen, sowohl, wie bei den Lichter-scheinungen des Himmels, kommt dem Maler die Farbesehr zu statten und er hat hin und wieder ausserordent-liche Effecte erreicht. Fast alle diese Bildchen sind vonglänzendster, einige von höchst phantastischer Wirkung;sie sind nicht alle glücklich erfunden und componirt, einigeScenen aber sind vortrefflich dargestellt.
So anschaulich des Dichters Bilder auch sind, so bleibtes doch immer bedenklich, das Wortbild in ein plastischesumzuwandeln. Beide Darstellungsarten haben ihre Be-schränkung, und dasselbe erscheint nicht immer als das-selbe, wenn es der Dichter oder der Maler darstellt.
Eine auffallende Erscheinung in der Malerei des fünftenJahrzehntes dieses Jahrhunderts ist die Thatsache, dass sowenige Kunstwerke erscheinen, welche Gegenstände ausdem Kreise der antiken Mythe behandeln, jener schönenGötter- und Menschenwelt, an deren Gestalten sich diegrössten Künstler der grössten Kunstzeiten erhoben haben,jene Welt der Körperschönheit, der Verklärung der Form.
Ist denn wirklich der olympische Zeus und seine imAether thronende Sippschaft, welche „Die schöne Weltregierte, an der Freude leichtem Gängelband" zum zweitenMale gestorben, und die süsse Venus und die holdenGrazien wirklich todt und begraben, sind wir endlichgründlich vom Heidenthum bekehrt?
Ist etwa Göthe's zweiter Faust ein prophetisches Buchund eine symbolische Darstellung unserer Zeit gewesen,sind wir der Helenenschönheit überdrüssig geworden undhaben uns, alternde Fauste, nützlichen Zwecken und ver-ständiger, bürgerlicher Anschauung zugewandt? Oder ist