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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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hat den Titian nicht zu dem gemacht, was er ist, erstwo sich die Schönheit aus aller dieser Pracht entpuppt,erstrahlt jene feinste Blume des Colorits.

Aber das liebe Publikum und die Damen! Ich bitteSie, wohin sollten wir kommen, wenn wir der Welt, derguten Gesellschaft und dem heranzubildenden Volke dassinnlich Schöne so unverhüllt vor Augen stellen sollten,wo bliebe die Tugend und die gute Sitte? Wir natürlich,die wir so reden, sind ausser Gefahr und wissen Bescheid,aber die Anderen! Das hindert nun nicht, dass keine Kunst-periode, vielleicht mit einziger Ausnahme der schlimmstenZopfzeit, so viele recht lascive und innerlichst unsittlicheDarstellungen .hervorgebracht hat, wie die heutige, nurversteckt sich die Schande unter hübschen Kleidern,bleibt convenabel und geht nicht nackt, sondern entblösstsich nur.

In diesem Fache haben aber zum Glück unsere Nach-barn, die Franzosen, den Vorrang vor uns, den wir ihnenvon Herzen gönnen wollen.

Andere Zeiten, andere Meinungen, anderer Gesckmack,und ich will darüber mit Niemandem streiten; so viel istgewiss: wenn es wahr ist, wie viele gelehrte Kunstkennerbehauptet haben, dass auch in der Malerei, überhaupt inder bildenden Kunst, das Nackte indecent ist, so ist diedeutsche Kunst gegen Ende der ersten Hälfte dieses Jahr-hunderts eine recht decente und anständige. Ausnahmenkommen natürlich auch vor.

Zu jenen älteren Werken, deren ich schon erwähnte,gesellen sich noch einige Bilder der Berliner Schule; einAmor" von Mila ist sowohl in der Zeichnung als in derFarbe ein lobenswerthes Werk.Die Toilette der Venus"von v. Klöber scheint mir kein gelungenes Werk zu sein;es ist trocken und scharf gezeichnet und die Farbe nichtsweniger als reizend und dem Gegenstande entsprechend;es ist ein älteres Werk des Künstlers, welcher mytho-logische Stoffe in eigenthümlicher Weise behandelt, manch-