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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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zweiten und dritten Jahrzehend des Jahrhunderts, jedochmit einem Zusatz von einer gewissen Naivetät und Harm-losigkeit, welcher wohl zum Theil aus der Jugendlichkeitihrer Autoren herrührt. Es ist in der Composition meistenseine gewisse Aermlichkeit in Bewegung und Ausdruck, einegewisse Zahmheit, die Leidenschaften sind massig, und weilman mehr das poetische Gefühl, welches der Gegenstandhervorrief, darstellte, als den Gegenstand selbst, mehr denReflex der Handlung, als diese, so enthalten diese Bilderin Wirklichkeit wenig oder keine Handlung, und dieKünstler umgehen den Kern ihres Gegenstandes mehr, alsdass sie ihn erfassten, geschweige erschöpften.

Wie wir bei den Symbolikern häufig den eigentlichenpoetischen Werth des Gedankens unter der Hülle ver-bergender Form aufsuchen müssen, so finden wir beidiesen späteren Romantikern den poetischen Werth desWerkes mehr in der durch die Darstellung erscheinendenpoetischen Stimmung' des Künstlers, als in der Darstellungselbst.

Wenn man mit Recht von einem Kunstwerk ver-langen muss, dass es in sich vollendet und fertig seinenGegenstand erschöpfend darstelle und ihn uns wie eineNaturerscheinung unabhängig gegenüberstelle, so ist beiden Werken der älteren Düsseldorfer just das Gegentheilder Fall. Anstatt objectiv zu schildern, nach- und umzu-schaffen, giebt uns der Künstler unter seinem Gebilde, nursein subjectives Gefühl, sich selbst.

Ist dies nun in Beziehung auf den Inhalt der Dar-stellung der Fall, so das ganz Entgegengesetzte in Be-ziehung auf dje Form. Wenn Overbeck, Cornelius undihre Nachfolger die Form aus dem Gedanken und demGegenstand fanden, so fand Schadow und seine Schule dieFormen ausserhalb und suchte sie dem Gegenstande anzu-passen, und zwar suchten diese Künstler nicht, wie dieälteren Akademiker die Form in einem abstracten Ideal,sondern in der individuellen Naturerscheinung, im Modell.