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dem Zweck widersprechende Anordnung ein alter Jude miteinem bunten Mantel geradezu zur Hauptfigur und ziehtalle Aufmerksamkeit auf sich und sein auffallendes Costüm.
Und so könnte ich noch manches lobenswerthen Wer-kes erwähnen, welches in seiner Weise Lob verdient, in-dessen es würde zu weit führen; eines Werkes aber darfich nicht vergessen, obschon es in seiner äusseren Erschei-nung unscheinbar auftritt; ich meine die lithographischeZeichnung von Ad. Menzel in Berlin: „Christus im Tempel",und habe damit das seltsamste, originellste, absonderlichsteWerk seiner Zeit genannt.
Ad. Menzel ist bekanntlich ein so feiner Beobachterdes Charakteristischen in der natürlichen Erscheinung undein so gewandter Darsteller desselben, wie in dieser Weiseunter den deutschen Künstlern wohl kaum ein zweiter sichfindet und er hat in diesem Blatte dieses Talent des schar-fen Charakterisirens in der individualisirenden naturalisti-schen Darstellung auf einen Gegenstand verwandt, welchenwir in solcher Weise auffassen und darstellen zu sehen,nicht gewohnt sind.
Der Künstler hat sich gesagt: vor Allem habe ich eineBegebenheit unter jüdischen Leuten darzustellen; es ist un-bestreitbar richtig, dass der Christusknabe ein Judenjungewar, dass die Schriftgelehrteh, mit welchen er disputirte,jüdische Rabbiner waren, dass die ganze Geschichte in derJudenschule vorging, also stellen wir dies vor.
Und nun erwischt er die charakteristischen Typen einesüberhaupt in seiner Erscheinung scharf charakterisirtenVolkes und stellt sie uns vor Augen, ohne auch nur einenZug zu mildern, und obendrein in leidenschaftlicher Auf-regung und Aeusserung.
Freilich glaube ich, dass die Juden zu Christi Zeit undin Jerusalem doch etwas anders ausgesehen haben, wie ihreNachkommen in Polen und Schlesien jetzt aussehen, dieseLetzteren sind aber die, welche Menzel mit unübertreff-licher Wahrheit dargestellt hat.