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dagegen das Reinmenschliche der Handlung mit demlebendigsten Ausdruck gegeben. Das erwachende Mädchen,die Augen aufschlagend und nur leise das Haupt vomKissen emporhebend, das Staunen des Vaters, die Freudeder Mutter, alles dieses ist vollkommen und höchst an-ziehend, und wenn das Bild eine profane Geschichte er-erzählte, so würde es sicher alle Welt befriedigen. DieFarbe ist höchst effectvoll, scheinbar höchst wahr, wennauch diese Wahrheit nur höhere Kunst ist; die Behand-lung ist ein Meisterstück höchster Bravour und zeigt, wieder Autor des Bildes vollkommen als Herr über sein Mate-rial verfügt.
Unter den Bildern der späteren Düsseldorfer darf derAutor „Die Engel im Grabe des Heilandes" von HermannBecker in Düsseldorf als sein eigenes Werk wohl kaummit aufzählen.
(Dieses Bild, das Hauptwerk des Künstlers, zeigt neben der sehr schönenComposition und vortrefflichen Zeichnung, welche allerdings noch nicht ganzdie Schadow-Sohn'sche Richtung verläugnet, ein entschiedenes Streben nachmalerischer Wirkung. Es lässt erkennen, dass der Künstler, welcher das Werkin Antwerpen 1854 vollendete, eifrig die Werke von Rubens studirte und be-strebt war, gute Farbenwirkung mit feinem Realismus in der Zeichnung zu ver-binden. Für die Zeit seines Entstehens ist dieses Bild ein coloristisches Kunst-stück, denn der Maler hat sich die schwierige Aufgabe gestellt, die weissenGewänder der beiden Engel in farbige Wirkung zu dem nackten Körper desHeilandes zu bringen, welche Aufgabe er auch vollständig löste. Dabei zeigtdas Bild einen grossen Adel im Ausdruck der Köpfe und die Wirkung, die be-absichtigt war, indem' es den Beschauer ergreift und andächtig stimmt. DieFiguren sind lebensgross, der Leichnam des Heilandes ist lang hingestreckt, dasHaupt etwas erhoben; einer der Engel beugt sich über die Hand des Heilandes,um sie zu küssen, während der andere die Hände betend faltet. Anmerkungdes Herausgebers.)
Johannes Niessen in Düsseldorf (später in Weimar) ver-folgt einen ganz eigenthümlichen Weg, auf welchem ermitunter Schönes findet, wie seine „Martyrin Irene". Ineinzelnen seiner Bilder scheint eine besondere Farben-stimmung des Künstlers Hauptabsicht und fast die ein-zige zu sein, sie zeigen ein Anlehnen an die Weise der