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Formen wird immer schwer zu vermeiden sein, wenn derKünstler bei solchen Gegenständen zu individuell natürlichdarstellen will.
Zwei andere Bilder religiösen Gegenstandes, aus derälteren Berliner Schule, „Johannes der Täufer" von Wachund „Ein Engel aus der Offenbarung Johannes" von v. Klö-ber, bleiben noch weit hinter den Anforderungen zurück,welche wir an religiöse Darstellungen machen müssen;das Formelle herrscht darin durchaus vor; es sind viel-mehr akademische Studien, als christlich-religiöse Darstel-lungen.
„Christus und die Samariterin" von Hensel in Berlinschliesst sich ganz und gar rafaelischen Vorbildern an,ohne doch eine directe Nachahmung zu sein. Es ist einschönes Bild von edelster Zeichnung und schöner Farbe,die freilich nicht nach dem neuesten Geschmack ist und derNaturwahrheit, die neuere Künstler erreichen, entbehrt.
Nicht ohne Einfluss von Cornelius und durch die Auf-träge des verstorbenen Königs Friedrich Wilhelm IV. ver-anlasst, hat sich in den fünfziger Jahren dieses Jahrhun-derts ein Theil der Berliner Künstler mit grösserer Wärmeund mehr Erfolg der religiösen Kunst zugewandt. DreiGemälde von F. Schubert, worunter zwei grössere: „DieBestattung Christi" und „Adam und Eva nach dem Sünden-fall", sind lobenswerthe Werke, jedoch von etwas schwäch-lichem Charakter; es ist vieles darin zu loben und nichtseigentlich zu tadeln; sie haben alle guten Eigenschaften,aber in massigem Maasse, es fehlt das Feuer der Begeiste-rung, welches uns selbst in weniger vollendeten Werkenhinreisst. Schön gemalt ist der Körper der Eva, jedochwohl etwas zu sehr gewöhnlicher Natur nachgebildet, umder Stammmutter des Menschengeschlechts zu entsprechen.Ein Bild von Melz aus der Geschichte des Tobias ist eben-falls zu loben; es hat in der Auffassung und Behandlungviel Aehnlichkeit mit den Werken der Düsseldorfer Schuleaus ihrer frühesten Zeit.