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scheint mir nicht den Charakter der dargestellten Personin dieser Situation zu entsprechen, es ist mehr leidenschaft-liche Verzweiflung- ausgedrückt, als heilige Trauer.
In der „Verurtheilung des Stephanus" von demselbenKünstler ist viel Leben und Bewegung, die Darstellunghat jedoch etwas Theatralisches, und auch in diesem Bildezeigt die Behandlung etwas zu sehr die Absicht des Künst-lers, seine technische Geschicklichkeit geltend zu machen.
Einfacher ist eine „heilige Familie" behandelt; eigen-tümlich aufgefasst ist die Madonna, es scheint dem Künst-ler eine Physiognomie aus einem altdeutschen Werke alsIdeal vorgeschwebt zu haben, welche jedoch nichts wenigerist, als ideal.
Als ganz verfehlt aber und aus einer durchaus un-glücklichen Inspiration entsprungen, muss ich desselbenKünstlers „Glaube, Liebe, Hoffnung" bezeichnen, wennüberhaupt eine Inspiration diesem Bilde zu Grunde liegt,und es nicht lediglich drei Mädchen-Portraits sind, welchespäter der Titel idealisiren sollte.
Drei ganz moderne Mädchenköpfe mit durchaus indi-viduellen Zügen, mit modernen Kleidern und Schmuck,ganz artige und nette Persönlichkeiten, welche aber selbstauf den Ruhm wirklicher Schönheit keine Ansprüchemachen dürften, dass das Glaube, Liebe und Hoffnung ist,kann mir Niemand einreden, auch selbst der geschätzteAutor des Bildes nicht.
E. Steinbrück's „Gleichniss vom Säemann" ist eine vonden gemalten Parabeln, welche ich oben bereits charakteri-sirt habe und in denen die Bedeutung mit der Darstellungstreitet, die im Ganzen noch unwahrer erscheint, als imEinzelnen die möglichste Wahrscheinlichkeit erstrebt wird.Christus geht säend über das Ackerfeld, der Satan gehthinter ihm und säet gleichfalls, dass er Unkraut säet, mussder Beschauer wissen, Engel schneiden das reife Korn,einer wirft ein Bündel Disteln in einen brennenden Ofen,der zur Seite steht, Tauben flattern über das Feld, genug,
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