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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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Bildes an Vollendung und Wahrheit auch in der Farbesich mit dem Besten messen können.

Julius Hübner wird häufig als der eigentlichste Schülerund dem Meister ähnlichste Jünger Schadow's bezeichnet,und es mag sein. Seine Werke, besonders die späteren,zeigen jedoch nicht bestimmt das Anlehnen an die ge-gebene natürliche Erscheinung, ohne dadurch an Freiheitder Darstellung zu gewinnen. Vielseitig in den Gegen-ständen, zeigen seine Bilder eine gewisse Absichtlichkeitder Erfindung, ein Streben, den Beschauer in Erstaunenzu setzen. Ein Bild dieses Künstlers fällt auf wegen seineswunderlichen Gegenstandes und der seltsamen Darstellungdesselben. Es zeigt uns eine Vision der Apokalypse, diegrosse Flure von Babylon auf dem siebenköpfigen Drachen.Es hat an Tadel und Spott darüber nicht gefehlt; ich mussgestehen, dass ich nicht begreife, wie sich ein Künstler andiesem Gegenstande poetisch begeistern kann. Das wunder-liche Bild des Dichters wird in malerischer Darstellung ge-radezu ungeheuerlich und widerwärtig, und die sorgfältigeDurchführung steigert diesen Eindruck.

Zwei andere Bilder:Ruth und Noemi", aus frühererZeit, undSamuel als Knabe dem Hohenpriester Eli vor-gestellt", aus neuerer, zeigen eine Weise, in welcher dieSchadow'sche Schule biblische Gegenstände häufig be-handelt hat; ich möchte diese Art von Bildern biblischeConversationsstücke nennen.

In einigen neueren Werken Hübner's zeigt sich dasStreben nach Farbenwirkung und glänzender technischerBehandlung ganz; bedeutend und stört fast sogar die be-absichtigte Wirkung des Bildes. In derMagdalena amLeichnam Christi" hat der Künstler ersichtlich den grösstenWerth auf eine markige pastose Behandlung gelegt, wo-rüber ihm sogar die Farbe abhanden gekommen ist, denndas Bild ist im ganzen düster und farblos und der LeichnamChristi erinnert viel mehr an Gyps oder Kalk, als an Fleisch,wenn auch todtes. Auch der Ausdruck der Magdalena