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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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Wie ich schon bemerkte, hat Schadow durch Lehre,Beispiel und Aufmunterung mehr gewirkt, als durch schaffendeThätigkeit oder schöpferisches Talent, und keine Schule istso sehr im engsten Sinne des Wortes Schule gewesen, wiedie seine.

Ed. Bendemann in Dresden, später in Düsseldorf, ist,ich möchte sagen, das, was Schadow sein wollte; seineWerke zeigen das Ideal dieser Kunstrichtung fast erreicht.Bendemann's Jeremias auf den Trümmern von Jerusalemist allgemein bekannt, und ich brauchte weiter nichts dar-übei zu sagen, wäre nicht die Kunstrichtung, welcher diesesBild angehört, von einer einseitigen Kritik vielfach ange-fochten worden und dadurch fast in Verruf gebracht.

Man tadelte und tadelt noch oft die sogenannte roman-tische Kunstrichtung und verurtheilte sie in Bausch undBogen ohne Maass noch Unterschied.

Bendemann's Jeremias ist in keiner Weise ein roman-tisches Bild, wenn es auch in der Darstellung von derclassischen Weise abweicht.

Schadow's Schule wies, wie ich bereits bemerkt habe,hauptsächlich auf Naturwahrheit hin in dem Sinne, dassdas Modell als maassgebend galt, doch nicht in dem Maasse,dass, wie bei den neuesten Realisten, Inhalt und Schön-heit der Form dabei zu Nebensachen werden sollten.

Die Künstler stellten sich die schwierige und fast un-mögliche Aufgabe, das Schöne in der individuellen Naturzu finden und nachzubilden. Dass diese Aufgabe gelingenkann, zeigt Bendemann's Jeremias, der seinen Gegenstandin sehr selbstständig poetischer Weise wiedergiebt, mit demfeinsten Sinne für Maass und Schönheit, Harmonie derLinien und Formen componirt ist, wenn auch fast zu ab-sichtlich und regelmässig und dabei in allen Theilen dieindividuellste Natürlichkeit zeigt. Es ist allerdings wahr,dass die neuesten Realisten es in der Farbe weiter ge-bracht haben als Bendemann und seine Schulgenossen, ichmöchte aber behaupten, dass Theile des Bendemann'schen