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jenem Charakter vollkommen übereinstimmt, wenn sie nichtso tiefsinnig und geistreich erfinden und combiniren, nichtso grossartig auffassen, wie manche andere, so trifft siedeshalb gewiss kein Tadel, denn Alle können nicht Alles,und das ja ist der Vorzug vieler deutscher Künstler, dasssie ihr Werk aus dem eigensten, innersten Wesen schöpfenund nicht fremden Wegen folgen; unser eigenstes Wesengeben wir uns aber nicht selbst, und können es wohl aus-bilden, aber nicht ändern.
E. Deger in Düsseldorf, welcher unter unseren Meisternder streng-katholischen Kunstrichtung ohne Zweifel einensehr hervorragenden Platz behauptet, ist neben dem un-übertrefflichen Wandgemälde in St. Apollinaris zu Remagenam Rhein am besten durch seine „Himmelskönigin" vertreten,einer der schönsten Madonnen dieses Styls, welche dieDüsseldorfer Schule je hervorgebracht hat; dagegen spieltin einem St. Sebastian das Modell-Studium eine störendeHauptrolle. Seine „Verkündigung" ist ,ein Werk aus derfrühesten Zeit des Meisters und, obschon sinnig und frommvon Ausdruck, sonst in keiner Weise ausgezeichnet, undeine „Mater dolorosa" ist gar nicht in des Künstlers sonsti-ger Weise, sondern fast wie eine naturalistische Studie.
Sehr anmuthig, zart und innig ist ein kleines Madonnen-Bildchen von E. Steinbrück, anmuthig und von feiner Farbeeine Himmelskönigin von A. Graefle in München, jedochwohl mehr aus der malerischen Erscheinung entsprungen,als aus der Bedeutung des Gegenstandes; ganz seltsamaber erscheint ein kleines Madonnen-Bild von Karl JosephBegas in Berlin, welches wohl aus des Meisters frühesterZeit stammt.
In den Darstellungen biblischer Gegenstände undHistorien macht sich besonders die Schule Schadow's be-merklich, theils in den Werken seiner Düsseldorfer Schüler,theils in denen der späteren Dresdener Künstler, welcheals Schüler seiner besten Schüler gewisser Maassen seineEnkel in der Kunst sind.