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ist ein eigenthümliches Bild, schön in den Milien derComposition, weniger in der Form der Figuren, welchemit Ausnahme des hübschen und naiven Christuskindes et-was mager und kränklich erscheinen; die Madonna selbsthat etwas Altjüngferliches, und die Phvsiognomie des musi-cirenden Engels ist ebenfalls eigenthümlich spitz und scharf.Seltsam ist der Hintergrund: er stellt die Ruinen desheutigen Rom (vor 1861) dar und bildet einen wunderlichanachronistischen Contrast mit dem Gegenstande des Bildes.In einem anderen Werke, dem St. Lucas, welcher dieMadonna malt, ist besonders diese sehr schön, von tiefernstem, innigem Ausdruck, eine edle, hohe Weiblichkeit.
Die Engel, die der Künstler im Chor des Domes vonKöln al fresco ausgeführt hat, sind Werke von grosserSchönheit, in welchen sich Ernst und Würde mit einergewissen Eleganz vereinigt. Ein Gemälde, „Maria mitElisabeth", 1858 in München ausgestellt, ist ebenfalls einschönes Werk von grosser Innigkeit des Ausdruckes undsehr edler Zeichnung. Auf einen Cyklus von Compositionen,welche für die Wandgemälde im Museum zu Köln be-stimmt waren, und die Kölnische Kunstgeschichte dar-stellen sollen, sowie auf manche andere Werke des Künst-lers, werde ich später zurückkommen. In anderer Weise,als diese beiden christlichen Meister, erscheint ein drittergleicher Richtung: Joseph Führich.
In Führich's Werken finden wir häufig eine mystisch-symbolische Auffassung", welche sich jedoch in sehr klare,verständige Formen kleidet; Führich ist wie Steinle inausgesprochenster Weise ein katholischer Künstler, er fasstmeistens auch das bloss Biblisch-geschichtliche in bestimmtkirchlicher Weise auf, indessen nicht mit der ascetischenStrenge, welche Steinle's religiöse Darstellungen auszeich-nen. Seine Compositionen sind voll und reich, seine Formensind markig und kräftig, die Bewegungen und der Aus-druck sind energisch; es ist nicht das Avarme, weiche Ge-fühl, das vorherrscht, wie bei Overbeck, nicht die schwärme-