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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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wo der Künstler weislich die widerliche Abschlachterei ver-mieden hat, aber die Mütter über ihre ermordeten Kinderin wahrhaft grossartiger Weise klagend darstellt.

In der Scene, wo Pilatus und Herodes sich nach Ver-urtheilung des Heilandes begrüssen, liegt in der Darstellungsogar ein Zug von Humor, wie man ihn kaum erwartensollte bei einem Künstler wie Overbeck. Der mürrischeErnst des römischen Landpflegers, der sich seiner Machtbewusst ist, das freundliche Lächeln des vornehmen, aberder höheren Gewalt gegenüber unmächtigen Fürsten, diehöfische Gewandtheit des verschmitzten jüdisch-griechischenDiplomaten gegenüber der Derbheit des Soldaten und dieWeise, wie diese beiden sich verbindlich und mit Finger-spitzen die Hand reichen, das ist vollkommen der Naturabgelauscht; man sieht, der Künstler ist nicht nur seinemGefühle gefolgt, er hat auch die Geschichte studirt und dieMenschen.

Durch diese Vorzüge unterscheidet sich Overbeck sehrvon vielen unserer specifisch christlichen und kirchlichenMaler, die häufig sich erst dann des heiligen Gegenstandeswürdig zu machen glauben, wenn sie in subjeetiver Be-fangenheit sich von der Wahrheit und Wahrscheinlichkeitmöglichst entfernen.

Nahe verwandt mit Overbeck in der ihm eigentlichenRichtung und Kunstweise erscheint Ed. Steinle, welcherin einigen Werken eine auffallende Aehnlichkeit mit Over-beck'schen Werken zeigt; dennoch sind beide Künstlersehr verschieden. Jene tiefe Frömmigkeit, welche ausOverbeck's Bildern so kindlich naiv uns anschaut, er-scheint in Steinle's Bildern mehr selbstbewusst und ab-sichtlich; jene fromme Einfachheit und Schlichtheit steigertsich bei Steinle zur ascetischen Entweltlichung. Wenn ichbei dieser Kunst die Muse nennen darf, so möchte ichsagen, Overbeck's Muse ist eine Jungfrau, Steinle's eineNonne.

SeineMadonna", welche 1861 in Köln ausgestellt war,