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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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Eben so finden wir bei Overbeck auch nur selten jenemystisch-symbolische Weise, das Spiel mit tiefsinnigen Be-ziehungen, worin sich viele unserer christlichen Künstlergefallen; in seinen meisten und besten Werken stellt erden erfassten Gegenstand einfach und schlicht dar, undseine Darstellungsweise erinnert direct an die Sprache desEvangeliums.

Die Zeichnungen zu den Evangelien sind durch denStich bekannt. Nach meinem Gefühl sind die Blätterunter allem, was die neuere Kunst auf diesem Gebietegeschaffen hat, das Werk, welches am meisten dem Geistedes Gegenstandes, den es darstellt, entspricht. Voll destiefsten Gefühls, voll Ruhe und Milde, mit einer Klarheitund Verständlichkeit componirt, die immer den Gegenstandvor Allem in's Auge fasst und schlicht erzählt, zeigen siedie edelste Einfachheit der Formen und eine wirklichjungfräuliche Anmuth und Schönheit. Die religiöse Be-geisterung wird durch einen klaren Verstand gehalten undgemässigt; nirgend sehen wir in diesen Blättern die Ex-centricitäten einer gepeinigten überspannten Phantasie, dieso häufig in modernen christlichen Bildern hervortritt,nirgend auch die formellen Gemeinplätze, die ebenfalls sohäufig auf diesem Gebiete erscheinen. Die Handlung istimmer die Hauptsache der Darstellung - , und obgleich dieZeichnung nur das Nothwendigste giebt, sind die Figurendoch immer Menschen und werden nicht zu symbolischenAbstractionen.

Durch dieses Festhalten an dem Kern der Darstellung-,an dem Gegenstand, bleiben die Bilder immer durchauslebendig und wahr, und manche sind sogar höchst dra-matisch und voll leidenschaftlicher Bewegung. So dieScene, wo Christus und Barrabas dem Volke zur Wahlvorgestellt werden und dieses sich für den Letzteren aus-spricht. Diese Darstellung ist nicht nur der Form nachhöchst originell erfunden, sie ist ganz im Sinne antikenVolkslebens aufgefasst. So das Bild des Kindermordes,