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sieht zu schlagen und Nacktheiten in's Licht zu stellen,bis zu einem Grade, wo Schönheit in Gefahr kommt undAnmuth verschwindet; indessen wollen wir das dem Künst-ler sehr gern verzeihen, denn es ist eine wahre Wohlthat,bei der grenzenlosen Prüderie, welche die Gesellschaft be-herrscht und leider von dieser aus auch in die Kunst ein-gedrungen ist, eine tüchtige Kunst so rücksichtslos ver-fahren und den zugeknöpften und behosten Moralphilisternpraktisch die Lehre geben zu sehen, dass die Kunst überdie Tagessitte erhaben ist.
In „Ezechiel's Gesicht" ist es wohl ausschliesslich dieäussere Grossartigkeit der Erscheinung, welche der Prophetschildert, die den Künstler veranlasst hat, sie bildlich wie-derzugeben, gerade wie sie schon Rafael zu einem herr-lichen Bilde begeistert hat, und manche Andere nach ihm.
Genelli hat diese Erscheinung anders aufgefasst, alsfrühere Künstler, er lässt den Gott Vater auf einem Wagendurch den Himmel fahren, gezogen von den vier mystischenGestalten, welche er in menschlicher Form dargestellt hat,nur mit den Häuptern des Löwen, Stiers und Adlers undnicht in ganzer Thiergestalt, wie Raphael und Andere.
Mehr noch ist dieses der Fall bei dem Bilde, welchesAmor als Versöhner der Elemente darstellt. Es sind diesesaber nur in rhythmischen Linien zusammen gruppirte nackteGestalten, deren allegorische Bedeutung ganz nebensäch-lich und überflüssig erscheint; die Schönheit der Darstellungist Alles, die Bedeutung Nichts.
Moses, der die Töchter Reguel's am Brunnen gegendie feindlichen Hirten beschützt, ist ein Bild, welches späteritalienischer Schule angehören könnte, nur sind die Formenvoller und gewaltiger. Der die zurückweichenden Feindebedrohende Held ist eine schöne urkräftige Männergestalt,und der feige Trotz der Gegner sowohl wie die Zaghaftig-keit der beschützten Mädchen ist sehr wohl ausgedrückt.
„Aesop, der seine Fabeln erzählt," ist ein Genrebildin hohem Styl. Am Wege auf dem hohen Brunnenstein