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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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Genelli thut dies nicht, er schafft sein Gedicht in der Folgeseiner Bilder.

In beiden Werken jedoch ist dieses Gedicht oder dieseErzählung nicht besonders glücklich erfunden, und, wasnoch schlimmer ist, der Inhalt der Erzählung, die Begeben-heiten selbst, in ihrer Gesammtheit, bleiben ohne ausführ-lichen Commentar unverständlich und sind selbst mit demCommentar noch dunkel und unklar genug. Im Lebender Hexe sind mystische Anspielungen auf Sünde und Er-lösung, an einer Stelle Anklänge an Goethe's Faust, ananderen Stellen Anderes, welches, wenn nicht bloss Spielmit der Form, mir wenigstens unverständlich bleibt, unddas Ganze möchte als poetisches Werk nicht eben hohenWerth beanspruchen, wenn auch als malerische Schöpfungbesonders einzelne Scenen ganz vortrefflich g-enannt werdenmüssen; so das zweite Blatt, wo die alte Hexe dem Teufeleinen ziemlich ekelhaften Liebesdienst erzeigt, und dasgeraubte Kind zuschaut, eine Gruppe, welche herrlich ge-zeichnet ist, wenn auch das Hauptmotiv, obschon hexenhaftgenug, denn doch fast über das Erlaubte hinaus geht, undvor Allem das fünfte Blatt, wo der Künstler sich in derZeichnung des hingestreckten Mädchenkörpers sich selbstübertroffen hat.

Das Leben eines Wüstlings" ist eine Art von Don-Juan's-Geschichte, aber im ganzen als poetische Fabel wohlnoch schwächer, als die Hexengeschichte. Eine Art vonchristlicher Moral spielt hierin, die eben nicht sehr tief nochgeistreich angebracht ist; das Titelblatt enthält die Bibel-worte:Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert siedie Sünde, die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sieden Tod," und damit soll wohl das Grundthema gegebensein; es spielen aber auch noch andere Anspielungen aufphilosophisch-religiöse Angelegenheiten mit, z. B. auf demTitelblatt ein Teufel, welcher sich aus der Maske des Vol-taire enthüllt, und in einem anderen Blatte eine Disputationzwischen derselben Voltaires-Maske und einem Mönche, wel-