— So-und durchaus in der graziösen Weise des Meisters. DasBeiwerk auch, welches Schwind gern in grosser Fülle undin origineller Weise anzubringen liebt, ist mit dem ihmeigenen Geschmack angeordnet; das Landschaftliche istsehr hübsch, und eine Menge von hübschen und zierlichenNebendingen beleben die Darstellung und verstärken ihrenmärchenhaften Charakter. In der Zeichnung der einzelnenFiguren sind dagegen bei grossen Schönheiten auchmanche Mängel und selbst Fehler; es ist nicht zu läugnen,dass der Meister, freilich in seiner eigenen Manier, manie-rirt hat; ein etwas realistisch gesonnener Kritikus wirdVieles auszusetzen haben, jedoch muss man bedenken, dasswir hier nur vor einer Vorarbeit zu späterer grösserer Aus-führung stehen. Die Gesammtfarbe ist sehr fein und har-monisch gestimmt, einzelne Gruppen sind trefflich colorirt,der Meister hat sogar an einigen Stellen ganz kühneFarbencombinationen gewagt, was sonst seine Sachenicht ist.
Betrachten wir das Bild nochmals im Ganzen, somüssen wir darin ein bedeutendes Werk eines sehr be-deutenden, ganz originellen Künstlers erkennen; über seinepoetisch-malerische Kunstweise kann man verschiedenerMeinung sein, über den Werth ihrer Producte schwerlich.Schwind war ein Romantiker, und der echteste und vollen-detste unter den malenden Romantikern; er behandelt die„wunderbare Märchenwelt" malerisch, wie Tieck sie dra-matisch behandelt; er liebt es, wie unsere romanischenDichter, ironische Züge einzuflechten, er hat einen Ueber-fiuss an Gedanken und Einfällen und bedarf deshalb einesgrossen Raumes und Rahmens; er ist in einer phantasti-schen Welt zu Hause und deshalb sind die Werke, beidenen er sich in bestimmten Grenzen des sachlich Ge-gebenen zu halten hatte, seine wenigst anmuthenden; denAnforderungen classischer Kunstregel hat er nie Genügeleisten wollen, selbst bei der Behandlung antiker Stoffebleibt er romantisch, und in diesem Sinne war es nicht