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und schaut durch das Fenster in das Thurmzimmer, woihre beiden jüngsten Kinder schlafen. Der Graf aber, vonReue und Sehnsucht getrieben, zieht als Pilger in denwilden Wald hinaus. Nach langer Wanderung kommt er,abgehärmt und zum Tode erschöpft, wieder an jenen Wald-brunnen, findet Melusine wieder und verscheidet in ihrenArmen und unter ihren Küssen und unter den Wehklagenihrer Schwestern im Zauberquell, über welchem die Feen-königin in ernster Majestät thronend das unerbittlicheSchicksal bestätigt, welches die Feenwelt vom irdischenMenschenleben scheidet. Am Schlüsse sehen wir dann dieWasserfee wieder einsam und träumend in ihrer dunklonQuellengrotte ruhen.
Die künstlerische Oekonomie, wenn wir das Wort ge-brauchen dürfen, mit welcher Schwind die ganze Folgevon Situationen und Begebenheiten in ein Bild zusammen-gefasst hat, ist sehr bewundernswerth und man möchtedie Composition fast ein grosses Kunststück nennen, wenndieser Ausdruck das Werk des Meisters nicht herabzu-setzen schiene. Die episodische Darstellung einer Folgevon Begebenheiten in einem Bilde haben zwar die Künstlerfrüherer Perioden häufig versucht und unsere Romantikerhaben diese von den Classikern verworfene Form wiederangewandt, auch Schwind in früheren Werken, zum Beispielin seinem Bilde „Ritter Kurt's Brautfahrt", aber niemalswohl ist sie noch so glücklich gelungen, wie in diesemcyklischen Bilde. Indem der Meister seine Scenen baldhöher bald tiefer im Verhältniss zu seinem Augenpunktestellt, bald ferner, bald näher, ist es ihm möglich gewesen,den Beschauer ohne Störung von einer Scene in die andereüberzuleiten. Landschaftliches, Bauliches und anderes Bei-werk verbindet dann die Bilder und fügt sie ohne schroffeUnterbrechung an einander. Wie darin diese Anordnung'des Ganzen, wenn man die Form der Darstellung über-haupt annimmt, vortrefflich ist, so ist auch die Gruppirungund Linienführung im Ganzen und im Einzelnen schön