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durch entsteht, dass durch Zeit und Ort getrennte, sichfolgende Begebenheiten in ein Bild zusammengedrängtsind, zurecht zu finden.
Ich führe hier noch ein Werk des Meisters an, welcheseiner späteren Zeit angehört und eigentlich erst bei denBildern aus der neueren Zeit genannt werden sollte. Alleindie Kunstweise des Meisters gestattet, ja bedingt es sogar,hier davon zu sprechen. Es ist „Das Märchen von derschönen Melusine"; kurz vor seinem Tode, an seinem66. Geburtstage, vollendete er dasselbe, nachdem er wohldreissig Jahre früher zuerst die Entwürfe dazu begonnenund immer während dieser langen Periode zeitweilig darangearbeitet hatte. Schwind legte einen besonderen Werthauf dieses Werk, mit dem seine Künstlerphantasie sich solange getragen und das er mit der grössten Sorgfaltdurchgearbeitet hat; noch in den letzten Monaten seinesLebens hat er einzelne Theile desselben verworfen undneugestaltet.
Die Geschichte der schönen Melusine ist ein cyklischesBild, wie das Märchen von den sieben Raben, und diesemist es in der Form ganz ähnlich. In einer Folge vonBildern erzählt der Künstler die Geschichte episodenweise,jedoch ist in dem späteren Werke die Form noch vervoll-kommnet oder wenigstens künstlicher gebildet, indem dieeinzelnen Episoden bildlich in einander übergehen und sodas Ganze in ungetrenntem Flusse dahinzieht; ja, nochmehr, das Ende knüpft sich wieder an den Anfang an.Der Meister hat damit eine formelle Einheit seines Werkeserstrebt, die ihm trotz der grossen Schwierigkeit denn auchwohl so weit als möglich gelungen ist.
Der Gegenstand des Bildercyklus ist die befcinnteGeschichte, welche in einem der sogenannten deutschenA^olksbücher erzählt wird. Ursprünglich gewiss eine uralteGöttermythe, hat sie sich, wie andere mehr, später zu einerromantischen Sage umgestaltet, die sich an halbbestimmte.Personen und Orte knüpft. In dieser Form ist sie wohl nicht
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