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des gewöhnlichen Lebens mit der schärfsten Charakteristiknachbildet und bald sich zu Verkörperungen der höchstenSchönheits-Ideale erschwingt.
Ueberall schaut des Künstlers Gemüth aus seinenBildern hervor; Gemüth aber spricht zum Gemüth, und soist es nicht zu verwundern, wenn das Märchenbild vonden sieben Raben ein Liebling des Publicum s geworden ist.
Die anderen Märchen und Phantasieen „Aschenbrödel",„Die Sinfonie", worin der Künstler die Eindrücke einesMusikstückes zu verkörpern versucht hat, „Die Einweihungdes Münsters zu Freiburg", haben nicht dieselbe An-ziehungskraft. „Die Sinfonie" ist nicht recht verständlich,man kann den Sinn der Darstellung nur ahnen und halberrathen, wie denn das nicht anders sein kann, weil eineKunst nicht das Wesen der anderen wieder geben kann;„Die Einweihung des Münsters" macht Ansprüche auf einehistorische Darstellung, welche sie nicht befriedigt. Aufdem Gebiete der geschichtlichen Malerei ist der Meisterüberhaupt nicht glücklich, wie das sein „Sängerkrieg aufder Wartburg" beweist, und andere derartige Werke; seinePhantasie bedarf unbedingter Freiheit; wo sie gebundenist, schafft sie nicht mit ganzer Kraft.
Moritz von Schwind's Aschenbrödel ist eine cyklischeComposition, welche in vier grösseren und fünf kleinerenBildern, die eine reich ornamentirte Umrahmung verbindet,das bekannte Märchen in seinen Hauptmomenten darstellt;über und unter diesen Bildern aus dem Aschenbrödel-Märchen laufen zwei Reihen kleinerer Bildchen hin, welchedie Geschichte der Psyche oben, unten aber das Märchenvom Dornröschen darstellen; ein eigentlicher Zusammen-hang zwischen diesen verschiedenen Bilderreihen ist nichtangedeutet, wohl auch nicht vorhanden. Das Ornament,welches die Bilder umgiebt und die Zwischenräume aus-füllt, ist theils in antikem Style, in pompejanischer Weisebehandelt, theils läuft Mittelalterliches mitunter, gerade,wie in den Bildern, worin eine antike Mythe mit zwei