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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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nigsten sie verstehen und gemessen. Es ist wirklich staunens-werth, wie sich mit diesem Meister die deutsche Kunst aufeinmal und fast ohne Zwischenstufe von gänzlicher Nichtig-keit zu einer Höhe emporschwingt, auf welcher sie nie vor-her stand, ja, welche kaum von der Kunst anderer Völkerund Zeiten überstiegen wurde. Stände der Meister ganzallein da, so müsste man ihn als eine Wundererscheinungdes Genie's bezeichnen, aber er hat Genossen, er hat Nach-folger gehabt, Overbeck, Veit und Hess, Schwanthaler,Schnorr und Kaulbach, er ist nur der Erste einer ganzenReihe von kunstmächtigen und sehr verschiedenen Geistern.

Wie wenn durch eine gewaltige Erschütterung amGipfel eines Berges eine Quelle in vielen Strahlen hervor-springt und nach allen Seiten herunter strömt und rieselt,so erscheint mit einem Schlage die neue deutsche Kunst.Fast gleichzeitig und scheinbar ohne Vorgänger tretenverschiedene Meister auf und verbreiten Anregung undBeispiel, und, um bei dem Bilde zu bleiben, es blüht als-bald das vorher so dürre Land im vielgestaltigsten Bilder-schmuck.

Es ist wohl hauptsächlich die durchaus neue Tendenz,welche diese Künstler in die Kunst gebracht haben, wo-durch dieser sonst so unbegreifliche Umschwung hervor-gebracht worden ist. Die Kunst ihrer Vorgänger war eineformelle, und hielt sich an die Erscheinungen, die ihrewandte sich der Ursache der Erscheinungen zu; die frühereKunst bildete das Geschaffene nach, diese schuf selbst, jenelegte Ideen in Gestalten, diese schuf Gestalten für Ideen.Die Männer, deren ich hier erwähne, sind Maler und Bildner,es sind malende und bildende Dichter.

Aehnliches ist freilich auch wohl früher dagewesen,denn nichts ist einzig in der Weltgeschichte, man brauchtnur an Michel Angelo zu erinnern, und an manche Malerder allerschlimmsten Ausgänge seiner Jahrhunderte langdauernden Schule, die Allegoristen, und wenn die letzt-genannten in den Unsinn hinein gerathen sind, so ist es