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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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eben, class sie in ihrer Weise den Gipfel überstiegen undrückseits wieder hinunterfielen.

Man denke nur an die hellenisirenden Maler und Bild-hauer vor Cornelius und sehe dann die Götter- und Helden-säle in der Pinakothek zu München. Wer hat denn demMaler die tiefsten Geheimnisse der griechischen Mythenund Sagen geoffenbart? Haben ihn es die Philologen ge-lehrt, oder hat er den Philologen das Verständniss eröffnet?

Ich glaube das Letztere. Haben sich doch die Alter-thumsforscher und die Dichter bemüht; was hat sich nichtGoethe für Mühe gegeben, nach des Pausanias und anderenWinken die griechischen Sagenbilder wieder herzustellen,und die Künstler seiner Bekanntschaft angetrieben, sie zumalen, wie die Alten sie gemalt hatten! Alles umsonst,aber es kommt der richtige Mann und schafft sie nichtnach, sondern dichtet sie auf's Neue, und sie stehen da.Aus diesem durchaus deutschen Künstler und seiner ur-nordischen Kunstweise erstehen die Bilder wieder, die imsüdlichen Vaterlande der Kunst untergegangen waren.

War nun einmal durch Cornelius und seine Genossendie Umwandlung der Kunstweise angebahnt, und herrschtefortan der Inhalt und der Gedanke in dem Kunstwerkeüber die Form, so konnte es natürlich nicht ausbleiben, dasssich diese Richtung energisch und consequent ausbildete.Sinnend und denkend, ja, grübelnd schufen die Künstler,und die vernachlässigten Formbedingungen rächten sich.Cyklische Darstellungen wurden nöthig, ganze Bilderreihen,um den poetischen oder philosophischen Gegenstand zufassen und wiederzugeben, und es wurde endlich gemalt,was gar nicht gemalt werden, ja, was kaum gedacht werdenkonnte. Gedankenreihen, die an keinen bestimmten Momentgebunden waren, sollten in sichtbaren Gestalten erscheinen,die ersten Bedingungen bildlicher Darstellung, Einheit desOrtes und der Zeit, hörten auf, zu existiren, der gewaltigeWille des Künstlers und die poetische Intention sollte Allesgut machen. Zuletzt, so hiess es ja bei den Poeten und