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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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liehe und Gewaltsame besser gelänge, als das Liebliche,Erfreuliche; sicher ist, dass wir das Liebliche, Anmuthige,ja, im gewöhnlichen Sinne Schöne in Cornelius' Bildernselten finden, aber die meisten Gegenstände, welche derMeister behandelt hat, sind solche, bei welchen alles diesesverschwindet und untergeht: wo eine Welt am Ende derTage vergeht und die Menschheit stirbt und wieder ersteht,um zitternd ihr letztes Loos bestimmen zu hören, da ver-schwindet wohl alles, was uns sonst im irdischen Daseinanmuthet und erfreut; und selbst der Eingang in die himm-lische Seligkeit stimmt ernster und giebt einen ernsterenAusdruck und ernstere Formen, als die Seligkeiten irdischenLebens. Das ist's, was den Meister so hoch stellt, dass erimmer für den Gegenstand, den er darstellt, die im höchstenSinne charakteristische Form findet und sich niemals durchRücksicht auf formelle Schönheiten von seinen festen Wegenabbringen lässt.

Wie in dem jüngsten Gericht die Formen der Dar-stellung vollkommen und weniger schroff und hart sind,als in den Bildern zur Glyptothek, so werden sie noch voll-kommener in den spätesten Werken, den Bildern für dieFriedhofshalle; der Inhalt dieser Bilder jedoch ist meisten-theils nicht recht zugänglich, noch erfreulich. Mit erstaun-lichem Geiste und, ich möchte sagen, mit einem gewissenScharfsinn, hat der alte Meister einen Cyklus von Bildernzusammengestellt, in welchen, anknüpfend an die Offen-barung Johannis, die christlichen Religionslehren in mystisch-symbolischer Weise zum bildlichen Ausdruck gelangen. EinHäuptbild aus dem Cyklus ist:Das Herabsteigen des neuenJerusalem."

Ich kann mich mit diesem Werke trotz aller Schön-heit der Zeichnung und trotz aller Gewalt der formellenDarstellung nicht befreunden, ja, ich gestehe, dass ich esnicht verstehe. Schon der Dichter-Prophet bringt in derStelle, welcher der Maler folgt, wie das bei ihm gewöhn-lich ist, eine Häufung von Bildern auf Bilder, von Sym-