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eine Situation von ungemessener Dauer ohne Inhalt undHandlung und ohne irgend welchen bestimmten Anknüpfungs-Punkt für bildliche Darstellung.
Und noch dazu ist es ein hochceremonieller Act derFrömmigkeit, der wohl sehr gut gemeint sein mag, aberder das Gefühl nicht ergreifen kann. Von der Idee einesletzten Gerichtes über alle Menschen, welches in einemRechtsspruch alle Zeit und Zeiten aburtheilen wird', wieschwindet da die Bedeutung irdischer Herrscherwürde undHoheit! Der Meister hat, es ist ersichtlich, in diesem Bildeseine Kraft nicht zusammenfassen können; wir können Ein-zelnes darin bewundern, das Ganze muss aber entschiedenals ein verfehltes Bestreben erklärt werden.
Die milde Seite des Christenthums, die menschen-liebende, weltbeglückende ist überhaupt nicht das Gebiet,wo des Meisters Phantasie und Kunst ihre Triumphe feiert.Die strafende Gerechtigkeit des zornigen Gottes, todes-muthiges Leiden und krampfhafte Verzweiflung versteht erdarzustellen, wie Keiner; er ist durchaus ein tragischerDichter. In seiner „Kreuzigung" ist nur der Schmerz unddas Leiden verherrlicht, und selbst seine seligen Heiligenblicken finster wie Achill in der Unterwelt; ein Dies iraehören wir von allen Seiten, kein Hallelujah. Auch in denBildern aus den griechischen Göttermythen ruht der Nach-druck immer auf den finsteren Gestalten; Pluto's und Pro-serpinen's Reich ist das Bild, welches unwillkürlich ammeisten anzieht.
Das einzige Bild vielleicht unter seinen grossen Werken,,welches eine Ausnahme macht, ist die Darstellung Gott-vaters als Weltenschöpfers in der Ludwigskirche in München,welches ohne diese finstere Schrecklichkeit und mit erhaben-ster Gewalt die höchste Majestät unübertrefflich darstellt.
Und dennoch ist die Energie der Handlung und desAusdrucks nicht geringer, ja, die Majestät und Grossartig-keit, die gemessene Würde ist, dem Gegenstand ange-messen, noch grösser, als in jenen Bildern, wo bei aller