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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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sagende Kassandra ruft Flüche herab auf das Haus derAtreiden, der wilde Neoptolem entreisst den Sohn desHektor den Händen seiner in Ohnmacht hingesunkenenMutter und schleudert ihn hinab über die Mauer; die sieg-reichen Helden loosen um die Beute, und Aeneas fliehtmit Anchises und Ascan aus der brennenden Stadt. Hierist der Meister durchaus in dem ihm am meisten zusagen-den Elemente; die schonungslose Heldengewalt tritt alsdas Werkzeug des Schicksals auf, mit einer Art von finstertrauriger Genugthuung das nothwendige, schreckliche Werkverrichtend.

In gleicher Weise erscheint diese Gewalt der ver-nichtenden Schicksalsmächte auch in seinen Bildern, diedem Gebiet des Christenthums angehören.

Das jüngste Gericht ist durch den Stich bekannt, undich glaube, Jeder wird gestehen, dass die Gewaltsamkeitder höllischen Gruppen darin der Theil sind, worin sichdes Meisters besondere Kraft am deutlichsten zeigt, soherrlich auch die himmlischen Gestalten empfunden undgebildet sind. Der Engel mit dem Buche des Lebens undTodes, sitzt er nicht da wie ein Bild des unerbittlichen Fa-tums, medusenhaft, und der Vollstrecker der ewigen Ent-scheidung, der Engel Michael mit Schwert und Schild, wieein Vollstrecker ewiger Beschlüsse steht er da, den nichtsanfechten kann und der weder Zagen noch Mitleid kennt.Es ist Alles Eins, ob ihr prometheisch trotzet oder ob ihrum Gnade fleht, es wird euch geschehen, wie es soll.

Dem inneren Sinne nach könnte dieses Bild eben so-wohl ein Stück nordischer Mythe sein, eine Sage aus derEdda von der Götter Untergang und letztem Kampf.

Entschiedener noch erscheint diese Weise in dem all-bewunderten Carton, wo die vier Reiter der apokalyptischenVision über die Erde hinfahren und die Menschheit vertilgen.

Wie schlägt der Krieg wüthend drein, wie grimm-lustig schiesst die Pest ihre Pfeile, wie schreit der Hunger,wie schadenfroh grinst der Tod mit der Sense! Und die