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wo jeder Zug, jede Linie ihre Bedeutung hat, ist Schärfeund Härte kaum zu vermeiden.
Ein anderer Tadel könnte mehr gerechtfertigt sein,der, dass der Meister in einzelnen Bildern gar zu knappverfahren ist und gar zu viel in ein Bild gebracht hat. Esist dies vornehmlich in dem Bilde vom Zorn des Achilleusder Fall. Raum und Zeit sind darin gänzlich vergessen,Handlungen, welche aus einander folgen, sind neben ein-ander in ein Bild gebracht; Kalchas verkündet den Heer-führern, das Apollo die Pest in das Lager gesandt, weilsie seinem Priester die Tochter geraubt haben, Apollosendet die verderblichen Pfeile in's Heer der Griechen,Chryses fleht zu Agamemnon um Rückgabe der Tochter,schon auch ist die Tochter im Begriff, heimzukehren, Briseissoll eben dem Achill genommen werden und schon ziehtAchilleus im Zorn darüber das Schwert gegen Agamemnonund Minerva hält ihren Schützling zurück von der Thatdes Zornes. Diese Anhäufung von Episoden schadet derKlarheit und macht das Bild schwer verständlich; das istnun freilich eine Folge des symbolischen Verfahrens. Manch-mal auch hat der Künstler sich gar zu sehr beschränkt unddie Begebenheiten zu Gunsten oder vielmehr aus Ungunstdes Raumes in's Enge gezogen und gedrängt. Dies istbesonders in den acht Bildern der Fall, welche die ein-zelnen Helden charakterisiren; wir können ein Gefühl desGezwungenseins nicht ganz abweisen, und denken, dassvielleicht manche Situation glücklicher sich dargestellt hätte,wenn nur mehr Platz da gewesen wäre.
In dem Bilde von der Zerstörung Troja's ist es dieganze Grässlichkeit des tragischen Ausganges eines un-seligen Geschlechtes, was schonungslos vor Augen tritt.Priamus liegt erschlagen, Hekuba sitzt in stummer Ver-zweiflung unter ihren Töchtern, von denen die Eine ver-gebens sich an die Mutter klammert, da Menelaos sie er-greift. Helena drückt ihr Gesicht gegen eine Säule, umden Gräuel, den sie veranlasste, nicht zu sehen, die weis-