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Weise mag das begründet sein. Wir sind besonders durchdie späteren antiken Dichter und durch die bekanntestenantiken Kunstwerke gewohnt, das Antike uns in einer ge-wissen glatten und feinen Eleganz der äusseren Form zudenken; aber sind denn die homerischen Helden wirklichso hübsche und civilisirte Leute? Es scheint mir fast, alsob der Unterschied zwischen den Kämpfern vor Troja undden Helden des Nibelungenliedes gar nicht so gar grosswäre. Ist nicht die Fahrt um Helena etwas verwandt mitder Fahrt um Gudrun? Das Costume freilich ist anders, undunter dem blauen Himmel Joniens entstehen Gestalten undFarben anders, als in den Nebeln des nordischen Meeres;die urmenschliche Reckenhaftigkeit, die Wildheit ist beiderOrten dieselbe.
Diese Reckenhaftigkeit, diese Kampfesgewalt, derfinstere Muth, der prometheische Trotz gegen das unerbitt-liche Schicksal und die grause Schicksalsgewalt selbst, diewie mit Lust vernichtet, das sind die Elemente der Cor-nelius'schen Dichtungen, das ist der nordische Charakterseiner Kunst. Das Liebliche in der griechischen Sage,welches zwischen dem Grässlichen hindurch lebt, sehen wirweniger. Dennoch aber fehlt es nicht ganz an den Bildern,Eros spielt überall, aber Tod und Gräuel folgen seinemSpiele.
Die Entführung der Helena durch Paris, ein Bild ausdem trojanischen Cyklus, ist eine der reizendsten Compo-'sitionen des Meisters. Im Schiffe sitzt Helena, von Parisumschlungen und verschämt niederblickend, Seeungeheuerziehen das Schiff, erotische Genien rudern und spielen dieLeier, das Steuer führt Eros, an seiner Fackel aber ent-zünden die nachschwebenden Erinnyen die Fackeln derRache. So spielt schon in das Bild der siegenden süssenLiebe das Schreckliche, was die Zukunft bringen wird,drohend hinein.
Eine grosse Härte der Zeichnung musste schon durchdas ausschliessliche Streben nach Charakteristik entstehen;