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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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seinen Bildercyklen eine ganz selbstständige philosophisch-symbolische Darstellung jener Mythen und Poesieen, welcheden griechischen Dichter begeistert hatten.

Rafael und Michel Angelo haben in ähnlicher Weisechristliche Theologie und heidnische Mythe behandelt, aberkein Künstler hat bisher wie Cornelius mit solcher Schärfe,mit solcher Tiefe, mit solcher innersten Consequenz undzugleich mit solcher Verläugnung alles Aeusserlichen, Ueber-flüssigen und Störenden, kurz, mit so wirklich philosophischemGeiste und Verständniss, so gewaltig umfassende Ideenkreisezur Anschauung gebracht.

Die malerische Erscheinung scheint ganz als Neben-sache behandelt, und das ist von Seiten neuerer Kritikerund Künstler der materialistischen Richtung dem Meisteroft vorgeworfen; selbst das Thatsächliche, die Handlungscheint zurückgesetzt zu sein, Einheit des Ortes und derZeit, welche doch sonst als erste Bedingung bildlicher Dar-stellung gilt, ist ebenfalls übersehen, kurz, es scheint alshabe der Künstler allem widersprochen, was bis dahin fürrichtig und nöthig galt.

Die Romantiker hatten behauptet, dass dem Dichterund Künstler die äussere Erscheinung nur ein Symbol seinsolle, für die Idee, welche sie hervorrief, eine Lehre, diefreilich geeignet schien, den dichtenden Geist von denBanden des Materiellen zu befreien, aber auch zu gänz-licher Formlosigkeit und zur abstrusesten Dunkelheit undUnverständlichkeit führen konnte und führte, wovon ihreWerke genug Beispiele liefern. Cornelius nahm von dieserLehre nur so viel an, als nöthig war, um die einzelnen Theileseiner Darstellung zum Ganzen verbinden zu können, dennauf dem Wege realistischer Darstellung hätte er nur eineReihe von Bildern hinstellen können, deren innerer Zusammen-hang allenfalls nur durch den kundigen Beschauer aus der Er-innerung hineingebracht werden konnte, da der Maler nicht wieder Dichter erzählen kann, welcher über Zeit und Raum gebietet,und in einer Folge eines aus dem anderen entwickeln kann.