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weilen, wenn sie nicht in andere Weise, wie zuvor, wiederumin Lähmung und Beschränkung verfallen sollte.
Zwischen der Entstehungszeit der zwei Gemälde vonCornelius, der „Pallas" und den „klugen und thörichtenJungfrauen", und dem Beginn der Arbeit für die Glyptothekliegen etwa zehn Jahre; in dieser Zeit war der strebendeund versuchende Künstler zum könnenden und wissendenMeister geworden, er hatte die Mangelhaftigkeit der erst-erwähnten Kunstformen erkannt und sich selbsteigeneFormen geschaffen.
Was Cornelius zum Meister und Führer der meistenGleichzeitigen und Späteren gemacht hat, ist nicht sowohlsein überwiegendes Kunsttalent, als vielmehr sein über-wiegendes Kunstverständniss, sein poetisch-philosophischerGeist; schon Niebuhr, als er den noch wenig bekanntenKünstler, welcher damals die Arbeiten zur Glyptothek be-gann, dem preussischen Minister zum Leiter der Düssel-dorfer Akademie empfahl, verglich ihn mit Goethe, und derVergleich ist vielfach zutreffend.
Das auch ist eine der grössten und wirksamsten Eigen-schaften von Cornelius, gleich wie bei dem eben genanntenDichter, dass er nicht nur aus poetischem Gefühl schafft,sondern dass zu diesem Gefühl ein scharfer Verstand sichgesellt, die Begeisterung beherrscht nicht ihn, er beherrschtdie Begeisterung.
Und kaum aus der mittelalterlichen Romantik hervor-getreten, waren es doch die Griechen, an denen die neuenKräfte sich bewähren sollten, wieder war es der heiligeHomer, woran die neue deutsche Kunst sich erhob, nur inganz anderer Weise als in der vorromantischen Zeit.
Aus der gewöhnlichen Darstellungsweise, welche sichgenügen lässt, den in der Phantasie erfassten Gegenstandsichtbar in Formen und Farben vor Augen zu bringen,trat der Künstler heraus, er bildete dem Homer nicht nach,er dichtete ihn auf's Neue, er gab in ganz neuen Verbin-dungen die Grundgedanken des alten Dichters, er schuf in