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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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und nicht nur in historischem Sinne, weil mit jenem Auf-trage jenes grossartige Mäcenatenthum in Wirkung trat,welchem wir die Blüthe der neueren Kunst mit verdanken,nicht nur, weil sich an diese Werke die Rückkehr desMeisters nach Deutschland und die Gründung und Umge-staltung der Düsseldorfer und der Münchener Kunstschuleanknüpfen, aus welchen fast alles irgendwie Bedeutendeunserer heutigen Kunst hervorging, sondern mehr noch,weil in diesen Werken die geistige Richtung, welche unsereKunst seitdem bestimmt, zuerst klar und selbstbewusst zurErscheinung kam.

Die zu mittelalterlicher Anschauung und Formgebungzurückkehrende Romantik war hinfort überwunden, sie hatteden Dienst, welchen sie der deutschen Kunst leisten sollte,geleistet: sie hatte die akademisch-conventionelle Kunstweiseabgethan, sie hatte die eklektisch-idealen Schönheitsprincipienüberwunden, sie hatte, wie eine Krankheitskrise die schäd-lichen, hemmenden, lähmenden Stoffe ausscheidet und dieOrgane zu neuer Lebensthätigkeit herstellt, die Künstler-welt von allen Hemmnissen, Lähmungen und Beschämungenfalscher Theorieen befreit; damit war ihre Mission erfüllt.Fernerhin war das Künstlerauge frei auf das Charakteris-tische der Erscheinung gerichtet und der Künstlergeist aufdie Bedeutung des Gegenständlichen seines Werkes, dieIndividualität war befreit und konnte nach eigener Inspi-ration aus eigenster Empfindung wirken.

Es war nöthig gewesen, die missverstandene Antikeund selbst Goethe'sheiligen Homer" für eine Zeit lang zuvergessen, es war nöthig gewesen, selbst die Schönheiteine Zeit lang zu verachten und zu meiden, wie der Tann-häuser der Sage aus dem Venusberg in die Kirche zuflüchten, um die im erschlaffenden Schönheitsdienste ge-sunkenen Kräfte durch Busse und ascetisches Leben wiederzu erneuern.

Diesen Weg hatte die Kunst eingeschlagen, aber siedurfte nicht länger in der Kirche und der Klosterzelle ver-