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Auf einem Altar, in dessen hohlem Inneren die dreiKünste im Dunklen bei Lampenschein eingesperrt sind,steht ein dreiköpfiges Ungeheuer, drei mit Zopfperrückenbedeckte abscheuliche Gesichter. Von einer Seite dringenauf dem Pegasus reitend heran Cornelius, mit einem zwei-händigen Schwert auf das Ungeheuer losschlagend,' Over-beck mit einer Kirchenfahne und Veit, der noch einenVierten, den man verschieden deutet und welcher, mit einemFuss auf einer Schildkröte ruhend, nicht recht mitkommenkann, am Kragen mit fortreisst. Unter den Hufen des Pe-gasus liegt gegen den Altar gelehnt ein Professor mitPerrücke und Orden entschlafen, mit einem Arm die Glieder-puppe liebend umfassend, im andern Mappe und Buch. Vonder anderen Seite kommen unter dem Schutze der PallasWinckelmann, der dem Ungeheuer ein Tintenfass an denKopf schleudert, Carstens mit griechischem Schild undSchwert und Thorwaldsen mit dem Bildhauerschlägel, undweiter zurück steigt Schinkel aus dem Meere hervor, voneinigen übelwollenden Fröschen angequakt.
Was weiter in den übrigen Bildern folgt, berührt nurdie locale Kunstgeschichte von München und König Lud-wig's Schöpfungen; dieses Bild aber zeigt, wie die Künstlerunserer Zeit ihre eigene Entstehungs-Geschichte auffassen.
Sie haben Recht; aus dem Kampfe gegen die paten-tirte akademische Kunst des Zopfes, aus dem Kampfe desIndividuums gegen die Alles gleichmachende Regel ent-springt die Kunst wie alle Poesie, sie ist persönliche Eigen-schaft des freien Menschen, und kein Machtspruch desHerrschers, kein Gesetz des .Staates vermag sie zu ver-leihen; alle Poesie ist Opposition gegen die bestehendeRegel, es ist die Opposition des sich zu befreien strebendenGeistes gegen die Bande der körperlichen Welt.
Asmus Jakob Carstens wurde 1754 im HerzogthumSchleswig geboren und starb bereits nach vierundvierzigJahren in Rom, verkannt von seinen Zeit- und seinen Kunst-genossen, verjagt und angefeindet von den Kunst-Poten-
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