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taten in den Akademien. Er liebt es, mit seinem nor-dischen Ursprung zu coquettiren, und unterzeichnet seineZeichnungen häufig mit dem Beisatz „ex chersonesu cim-brica" zu seinem Namen. Man hat auf diesen nordischenUrsprung oft ein grosses Gewicht gelegt und Wunder ge-rufen über dieses Licht aus borealischer Gegend; man hatdaibei vergessen, dass gerade, als Carstens erwuchs, in Däne-mark die Regierung bestrebt war, für die Bildung desVolkes im liberalsten Sinne zu wirken, und dass nirgendwodie Ideen der Zeit, und die allerfreiesten, von den Macht-habern so gefördert wurden, wie es in den dänisch-deut-schen Grenzlanden geschah, bis die Excesse der franzö-sischen Revolution diesem Liberalismus siegreiche Gegnererweckten.
Die liberalen Ideen jener Zeit aber entsprangen grössten-teils aus den Ueberlieferungen des classischen Alterthums,seiner Dichter und Philosophen. Alle mittelalterlichen Tra-ditionen waren abgethan und todt; je weniger man nochdas Leben und Wesen des griechischen Alterthums wirk-lich ergründet hatte, um so mehr schwärmte man dafür,atheniensische Demokratie und spartanisches Heldenthumwaren das Muster für Staatseinrichtung, die Unsterblichkeitder Seele, welche man als Dogma der Kirche nicht mehracceptirte, wurde aus Piaton bewiesen, Homer ward über-setzt und ward ein deutscher Dichter, der Grund- und Ur-quell aller Poesie. Antike Kunst ward allseitig Muster.Schiller sang:
X-iebe Freunde, es gab bess're ZeitenAls die unsem, da ist, nicht zu streiten,Und ein grosses Volk hat einst gelebt.Würde die Geschichte davon schweigen,Tausend Steine würden redend zeugen,Die man aus dem Schooss der Erde gräbt.
Goethe reiste nach Italien, um im Anschauen antikerKunst sich erst ganz zu vermenschlichen..
Der Ausdruck dieser Sinnesweise in der bildenden