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welche den ersten Rang behauptet, die Idee, der Gedankeist meistens nur das Mittel zum Zweck; natürlich nicht ohneAusnahmen in einzelnen Fällen.
Schon die Natur der Gegenstände, welche man dar-stellte, brachte es in vielen Fällen mit sich, dass die Künst-ler mehr auf das innere Seelenleben des Menschen eingehenmussten. Die classische Welt ist eine in sich abgeschlossene,Götter, Helden und Menschen der alten Welt sind uns nurin bereits künstlich begrenzter Form bekannt geworden,ihre Gefühle und Leidenschaften, ihre ganze Lebensthätig-keit bewegt sich in einem bestimmten Kreise; nun aber er-schloss sich die Kunst die ganze Welt in Zeit und Raum.Da man den Menschen nicht mehr in seiner edelsten Ge-stalt idealisiren konnte oder wollte, musste man ihn vonder Seite der Seele und des Gemüthes auffassen und konnte,befreit von den Mühen und Schwierigkeiten der Formvoll-endung, Studium und Auffassungsgabe dem inneren undindividuellen Leben zuwenden.
In dieser Richtung haben die französischen Romantikerdie Kunst sehr gefördert; an Aufgaben, wie sie sich zumBeispiel de la Roche gestellt und gelöst hatte und einigeAndere, hatte man sich früher nicht gern gewagt, noch siein solcher Weise zu lösen verstanden.
Die classische Schule hatte Alles in der Zeichnung ge-sucht; von der marmornen Antike ausgehend, verachtetesie die Farbe und die Reize des Colorits und Helldunkels;Rafael und Michel Angelo galten; Titian und Correggiohiessen untergeordnete Meister, über Rubens zuckte mandie Achseln, Rembrandt war verachtet.
Die romantische Schule schlug gerade in das Gegen-theil um: jetzt galt die Farbe Alles: Rubens wurde vorAllem nachgeahmt und Rembrandt, und hatten die Classikerihre Gestalten in harte und nüchterne Tageshelle hingestelltund äusserste Deutlichkeit bis in den letzten Winkel hineinerstrebt, so suchte man jetzt die weichen Schatten und dieMysterien des Helldunkels.