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So sehr auch David und seine Schüler bestrebt waren,vom Geist heraus zu schaffen und das, was ihre Seele alspolitisches und moralisches Ideal erfüllte, bildend darzu-stellen, so ist doch in allen ihren Werken das Aeussere, dieForm vorherrschend.
Die „plastische Schule" lebte in der classischen antikenWelt; die Darstellung einer aus der Antike entlehnten ide-alen Schönheit ist der erste Zweck ihrer Kunstthätigkeit,ihre Ideen und die Gegenstände ihrer Werke sind eigent-lich immer nur die Träger dieser Form und häufig nur da,um Gelegenheit zu geben, diese Formen anzuwenden.
Zur Zeit der Revolution, wo alle Seelen mit den Kämpfender Rednerbühne und des Schlachtfeldes erfüllt waren, suchtensie ihre Gegenstände im heroischen Alterthume Griechenlandsund Roms; als die Zeiten ruhiger und die Welt wiederzahm wurde, wandten sie sich zu den lieblicheren Scenender griechischen Mythe. David begann mit dem Raubeder Sabinerinnen, mit den Helden von Thermopylae undden Horatiern, und endete mit Venus und den Grazien,und seine ganze Schule ging mit ihm; nur Wenige macheneine Ausnahme, wie zum Beispiel Gros, und selbst diesenicht ganz. Es ist in dieser ganzen Schule das vor-herrschende Streben, die Formenschönheit des Menschenin antikem Sinne vor Augen zu stellen; dies ist der Haupt-zweck, dem alle anderen dienen.
Und diese Schule ist lange herrschend gewesen undhat auch bei uns grossen Einfiuss geübt, ja, fast bis in un-sere Tage herunter.
Aber die Zeiten änderten sich und die Leute.
Auf die Republik nach antikem Muster, auf die Kämpfeder Tribünen und der Strassen folgte eine Soldatenzeit vollSiegesprunk und Triumphpomp, und auf diese Niederlagenund gewaltsame Ernüchterung.
Das französische Volk war an die Stelle der franzö-sischen Gesellschaft getreten und hatte die im Rausche desSieges übernommene Rolle griechisch-römischer Republi-