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Wir durften ja nun endlich deutsch sein, so suchtenwir statt der klassischen fremden Ideale einheimische, undgewohnt, zurückzublicken statt voraus, fanden wir sie inder deutschen romantischen Vorzeit; wir wurden romantischund wurden es gründlich.
Die Romantik aber brachte das Christenthum mit, derGlaube war fortan ein nothwendiges Element für die Poesie.Das Mittelalter war katholisch gewesen und ascetisch, sowurden wir denn auch katholisch und gaben uns die grössteMühe, so ascetisch zu werden, wie es eben ging.
Die bildende Kunst, welche allmählich wieder auflebteund Hoffnung fasste, folgte der allgemeinen Richtung; siewandte sich ab von den antiken Mustern und der classi-schen Form und suchte nach anderen nationalen Formen.Da fand sie die Kunst des Mittelalters und nahm sie zumMuster, und es geschah das Seltsame, dass man die Kultur-stufen von drei Jahrhunderten rückwärts übersprang, ummit den Anfängen wieder zu beginnen.
Der Deutsche ist von Haus aus subjectiv, und die Ro-mantik öffnete der Persönlichkeit Thür und Thor, jede Ex-centricität war berechtigt.
Die unter dem Einflüsse der Verlassenheit gepflegtepersönliche und eigensinnige Richtung, welche die wenigendeutschen Künstler eingeschlagen hatten, ward durch dieseallgemeine Sinnesrichtung sehr gefördert; das innerlicheWesen, das Vertiefen in die eigene Subjectivität, bildetesich auch in der Kunst aus; das ascetische Christenthum ver-schmähte und verdammte ohnehin das Sinnliche; so wandtesich die Kunst ausschliesslich dem geistigen Inhalt ihrerAufgabe zu und verachtete die Form. Die technischeFertigkeit war ohnehin durch mangelnde Uebung verloren,sie ward jetzt auch verschmäht; mit den wenigsten Mittelnseinen Willen auszusprechen, ward die Aufgabe, die Zeich-nung nur blieb und endlich der blosse Umriss. Jahre langhaben unsere grossen Meister sich genügen lassen, Cartons