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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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in ihrer Zeit und in ihrem Vaterlande. Carstens starb frühin Rom, von Wenigen gekannt und geschätzt, Schick fandmehr Anerkennung, aber sie ward ihm nicht förderlich,und auch er starb bald. Die gewaltigen Weltereignisse,welche in Frankreich die Kunst hoben, zerstörten sie inDeutschland, wo der Krieg unsinnig wüthete, und die deutscheKunst war so gut wie gestorben, bis auf das Wenige, wassich kümmerlich in Rom erhielt.

Was noch in Deutschland für das Schöne begeistertwar, hatte sich der Dichtkunst zugewandt und begnügtesich mit der Kunst des Wortes und der Schaubühne, undes hat wohl kaum seit den Zeiten der Barbarei eine Periodegegeben, wo das deutsche Volk so durchaus der bildendenKunst entfremdet war, wie die beiden ersten Jahrzehnteunseres Jahrhunderts. Die Rückwirkung auf die Künstlerkonnte nicht ausbleiben; ohne Publicum, kümmerlich er-halten durch persönliche Protection, lebten sie auf fremdemBoden und in sich hinein; ohne äusseren Anlass zu schaffen-der Thätigkeit, ohne den Sporn öffentlichen Wetteifers,schufen sie nur zu eigenem Genügen, und so entstand jenewunderbar subjective Kunst, wie sie in Koch's und einigenandern Bildern uns erscheint.

Inzwischen war in der deutschen Dichtung, die auchdie wildesten Kriegesstürme überdauerte, eine grosse Wand-lung eingetreten. Der nationale Sinn, zu arg beleidigt undgedrückt, war erwacht; der Deutsche fing an, sich als sol-chen zu fühlen und alles Fremde als ihm feindlich zuhassen. Der ewige Zwiespalt zwischen dem romanischenund dem germanischen Character trat wieder hervor, diedeutschen wehrten sich der überalpischen Weise, der rö-misch-griechischen Traditionen, sie wandten sich ab vomclassischen Alterthum und flüchteten in ihre eigene Ruhmes-zeit, ins Mittelalter.

Der Friede kam und fand den deutschen Geist und diedeutsche Poesie auf diesem Wege, er förderte sie daraufweiter.