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gegeben, sie beabsichtigten und erstrebten wenigstens diesenStandpunct: ihre Werke würden unser Herz nicht er-wärmen. Wir würden sie vielleicht anstaunen, aber sienicht lieben.
In späteren Zeiten erstrebte man überall eine allge-meine Weltbildung, eine Humanität, welche über die na-tionalen und persönlichen Beschränkungen sich erhebensollte. Die Akademieen, überall gleich und eigentlich eineeinzige Akademie, lehrten ein allgemein gültiges Schemafür Form und Inhalt, abstrahirt aus idealen Kunst- undSchönheitsbegrifFen.
Und wie kalt und nüchtern sind die Werke dieserKunst, bei allem Aufwand von Talent und hoher Kunst-fertigkeit! Nur die Realisten dieser Periode, die Genremaler,welche, aus dem Volke hervorgegangen, in und mit dem-selben lebten, haben Wärme und Leben bewahrt, und inihren Werken liegt das werthvollste Product einer eifrigkunstbeflissenen, sehr thätigen und productiven Zeit; dieHolländer des siebenzehnten Jahrhunderts sind diejenigen,welche die Kunstgeschichte in ihrer Zeit vor Allen nenntund rühmt, und mit Recht.
Unsere neuere deutsche Kunst ist wieder national ge-worden, und nur seitdem sie es geworden, ist sie wiederherrlich aufgeblüht. Wo auch im Einzelnen fremde An-klänge ertönen, wo Einflüsse aus der Fremde sich geltendmachen, im Ganzen und Allgemeinen ist unsere Kunst einedeutsche.
Die Wahl der Gegenstände, ihre Auffassung, ihre Dar-stellung, Alles ist anders und ganz verschieden. WelcheGegenstände wir auch behandeln, wir behamdeln sie anders,als unsere Nachbarn, wir zeichnen anders und malen undmeisseln anders, weil wir anders fühlen.
Die alten Akademiker lassen sich gar wohl mit Gott-sched und Genossen vergleichen, sie glaubten an die Un-fehlbarkeit der Regel und blickten nebenbei auf Frank-reich, als auf den Muster und Ton angebenden Ort. Zwar