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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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heimischen Anschauung wieder hingegeben hat, tritt siemit gleichem Recht neben der italienischen auf; erst nach-dem sie nicht mehr italische Weise nachahmt, kann sie mitder italischen Kunst wetteifern. Man braucht dabei gewissnicht zu verkennen, was in den Jahren der Selbstentäusserungund der Nachahmung fremder Muster gewonnen wordenund gelernt worden ist.

Und so könnte ich dasselbe in der Kunstgeschichtealler Völker nachweisen. Nehmen wir die Geschichte un-serer eigenen Kunst. Warum doch ist uns der Dürer undseine Zeitgenossen so genehm? Wir können uns doch ge-wiss nicht die Bizarrerie und selbst die häufige Unschön-heit seiner Formen und seiner Darstellungsweise verläugnen,noch auch seiner und seiner Zeit- und Kunstgenossen Un-vollkommenheit und Barbarei gegenüber den gleichzeitigenItalienern. Ist es nicht das nationale Gefühl, welches unsmit ihnen verbindet, finden wir nicht den Zug innerer Ver-wandtschaft mit ihnen in ihren Werken? Der Deutsche desfünfzehnten und sechszehnten Jahrhunderts steht dem Deut-schen des neunzehnten Jahrhunderts noch immer nahe, undwenn unser Geschmack seitdem sich geläutert hat, unsereWeltanschauung sich unendlich erbreitet hat, und wennwir jetzt mit allen anderen Völkern die gleichen Anschau-ungen über das Schöne und Grosse im Leben und in derKunst theilen, wir fühlen dennoch in den alten deutschenMeistern ein Herz schlagen, welches unsern Herzen ver-wandt ist und dessen Gefühl wir verstehen, weil es fühlt,wie wir fühlen.

Denn auf das Gefühl kommt es in der Kunst an; wieihm das Herz schlägt, so dichtet der Dichter und bildetder Künstler, und was nicht vom Herzen kommt, geht nichtzum Herzen.

Und gäbe es Künstler und Dichter, welche sich vonden Banden der Vaterlandsverwandtschaft und Vaterlands-liebe losgemacht hätten, welche wirklich auf der Höheeines allgemeinen Menschenthums ständen, und es hat deren

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