Druckschrift 
Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
Seite
XXXXIII
Einzelbild herunterladen
 

XXXXIII

auch unter den Künstlern, wenn auch die Kunstphilisterganz anders aussehen und scheinen wie die andern. Na-türlich bleibt es bei dem Spruch wort: qui a compagnon amaitre, und allein richtet man Nichts aus; je gescheidteraber die Leute sind, je eigensinniger sind sie auch und sohaben meine Freunde, deren spiritus ich eigentlich war(ohne Ruhmredigkeit) oft verdorben, was ich einleitete;eigener Dummheiten zu geschweigen. Denn, lieber Freund,man macht auch Dummheiten und grosse! So bin ichdenn in der Künstlerschaft mehr als je allein gestellt undvon Freund und Feind perhorrescirt, nur habe ich den Ruferworben, ein ganz verdammter Kerl und sehr gescheidtzu sein.

Diesen Ruf bestreitet mir Niemand, um aber nun dochetwas zu thun, bemühen sich die Leute, meine künst-lerischen Fähigkeiten herunterzusetzen und es gelingt ihnen,denn es geht darin, wie in allen Fächern er schreibtviel, folglich malt er nicht viel ergo! Ist ein Künstlerein wissenschaftlicher, literarischer Mann, so ist er einschlechter Künstler per se, denn alle Practiker, welcheweder wissenschaftlich noch literarisch befähigt sind, müssennatürlich solche Capacitäten perhorresciren um sich nichtselbst herabzusetzen.

Wie ich dies niederschreibe, sitzt der kleine Heinrichim Bett und streichelt seinem Schwesterchen die Backenund sagt ganz mitleidig: ach klein' Schäfchen, ach klein'Schäfchen, wie ich wohl sonst zu ihm sage und thue; esmacht mich lachen, denn es kommt mir vor als streichelteich mich selbst bedauernd und sagte zu mir selbstachklein' Schäfchen!"

Um Dir weiter zu erzählen, was Alles versucht wurde,