— XXIX —
deutsche Kunstentwicklung epochemachend gewesen sind.Allgemeine Künstlerversammlungen von grösserer odergeringerer Bedeutung haben zu Stuttgart, Braunschweig,München, Düsseldorf, Köln, Salzburg, Kiel,,Weimar undWien stattgefunden und nach allen Seiten anregend ge-wirkt, sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus, dennim Jahre 1861 folgte auf die deutsche Künstlerversamm-lung in Köln eine glänzende internationale Künstlerver-sammlung in Antwerpen. Eine Verbindung besteht zwischenallen deutschen Künstlervereinen, die sich mit Ausnahmedes Münchener und des älteren Wiener Vereins alle nachdem Muster des Malkastens gebildet haben. Dieser zwarnur lockere Verband der „deutschen Kunstgenossenschaft"hat es sich zur Aufgabe gemacht, die deutsche Kunst unddie deutschen Künstler zu vertreten und ihre allgemeinenInteressen zu wahren, und hat diese Aufgabe in manchenFällen wirksam erfüllt."
1849 beschäftigte sich Hermann Becker mit den Vor-studien zu einem seiner Hauptwerke, dem „Raub desHylas", welches vermuthlich 1850 vollendet wurde. Diesehr schöne Composition zeigt uns in lebensgrossen Figurenden Genossen des Hercules, wie er von den durch seineSchönheit hingerissenen Quellnymphen in's Wasser gezogenwird. (Das Gemälde befindet sich im Besitz des Kunst-händlers Bismayer & Kraus in Düsseldorf.) Ferner ent-stand in diesem Jahre eine „Madonna mit dem Jesuskinde".Vermuthlich reiste Becker gegen 1850 nach Antwerpen,um dort die Werke von Rubens zu studiren. Er folgteeiner Einladung seines Freundes Pieron, welcher sich seinersehr freundlich annahm. Mehrere Portraits und einigeCopien nach Bildern von Rubens entstanden während dieses