— XII —
Becker musste auf der Kunstschule zuerst mit demElementarunterricht beginnen, aber sein Eifer förderte ihnmächtig und schon im Jahre 1840 trat er in die Malclasseein, welche unter der Leitung des Professors Karl Sohnstand. Hier ging der Lern- und Schaffenstrieb erst rech;an. Seine Ateliercollegen, Carl Andreae, Artaria, Lüdecke,Eybe, C. Herrmann, E. Voss, die Belgier Jules Heibig,Tourte, Denys und Pieron, ferner von Minnigerode, vonBülow, Schwartz und E. Kunde kamen dem neuen, demKönnen nach, jüngeren Genossen freundlich entgegen undauch der ernste, aber von allen Schülern trotz seinesSarkasmus hochverehrte Lehrer und spätere Freund Becker's,der Professor Karl Sohn, förderte ihn nach Kräften. Abdie eifrigen Studien und wohl auch das wilde Leben,welches die jungen Leute führten, erschütterte seine ohne-dies nicht sehr starke Gesundheit ganz bedenklich, da wardenn eine Veränderung dringend geboten und so wurdeneinige Sommermonate zu einer Rheinreise benutzt. Mitseinem Freunde und Studiengenossen Carl Eybe wanderteer den Rhein aufwärts bis zum Neckar, um erst in Heidel-berg eine längere Rast zu machen. Gekräftigt konnte ernun seine Studien wieder aufnehmen und, nachdem schonim Jahre 1840 seine ersten Compositionen „Der ErzengelMichael im Kampf mit dem Satan" (Federzeichnung) und„Maria und Joseph mit dem Jesusknaben auf der Fluchtnach Egypten von Engeln geleitet" (Bleistiftzeichnung) ent-standen waren, zeichnete er 1841 eine auf den Wolkenüber einer Landschaft sitzende Madonna mit dem auf ihremSchoosse stehenden Jesusknaben, welcher die Hände seg-nend ausbreitet. Denselben Gegenstand führte er 1841 inAquarellfarben aus. Diese Madonna ist bei allen noch an-