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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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Die Bevölkerung war arm und sehr französisch gesinnt,dabei von der kleinlichsten Weltanschauung beseelt. Wennich sage die Bevölkerung, so meine ich damit die grosseMenge der Bewohner und nicht den kleinen Kreis vonhochgebildeten Malern, Dichtern, Gelehrten und Musikern,in welchem sich damals das geistige Leben und die Intelli-genz von Düsseldorf verkörperte. Der Bürger schätzte dieMaler als ein Mittel zum Gelderwerbe, denn die Geschäftegingen ziemlich schläfrig und die jungen Maler gaben vielGeld aus, wenn sie welches hatten und noch mehr wennsie keines hatten, denn alsdann wurde durch Creditgebendafür gesorgt, dass der Geldverleiher, der Schneider, derSchuster oder der Zimmervermiether möglichst viel ver-diente. Es war ganz derselbe Zustand, wie er in kleinenUniversitätsstädten noch heute zu finden ist.

Die jungen Künstler, lauter übermüthiges Volk, lebtenfrei und ungebunden und trieben in ihren Mussestundenallerlei Allotria, gewöhnlich auf Kosten der Philister unddie Lehrer an der Akademie, welche mit Ausnahme desDirectors selbst noch zumeist ziemlich jung waren, drücktengerne ein Auge zu und liessen fünf gerade sein, wenn nurdie Schüler ihre Pflicht in der Akademie erfüllten. Undstudirt wurde sehr eifrig, denn die jungen wie die älterenKünstler fassten ihre Aufgabe sehr ernst auf und strebtenin rühmlichem Wetteifer ihr Ziel zu erreichen. DieserUebergang von äusserster Strenge zur ungebundenstenFreiheit mag den jungen Hamburger wohl im Anfangrecht seltsam angemuthet haben, aber er missfiel ihmkeineswegs, denn eben so eifrig wie er seine Studien be-trieb, widmete er sich auch dem Genuss einer ausge-lassenen Fröhlichkeit.